Acht Bolzen pro Maschine ausgetauscht 

Fritzlarer Tiger-Hubschrauber nach Flugverbot wieder in der Luft 

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Die Tiger des Kampfhubschrauberregiments 36 in Fritzlar dürfen wieder in die Luft. 

Wegen einer Charge mangelhafter Bolzen mussten alle 53 Tiger der Bundeswehr tagelang vorsorglich am Boden bleiben.

In Fritzlar startete der erste Hubschrauber zu einem technischen Überprüfungsflug am Donnerstag. Der reguläre Flugbetrieb wurde gestern aufgenommen.

Ob die mangelhaften Bolzen tatsächlich in einigen der 32 Fritzlarer Tigern verbaut waren, ist laut Hauptmann Alexander Eifler, Zugführer Technik, bis heute nicht zu sagen. Das Material hätte jedoch im schlimmsten Fall brechen können.

„Es handelt sich um Standardbolzen, die aussehen wie kleine Schrauben und an vielen verschiedenen Stellen im Kampfhubschrauber sitzen.“ Acht Bolzen pro Tiger sind an der Rotorsteuerung – also an einer kritischen Stelle – befestigt. Sie wurden daher bei allen Hubschraubern vorsorglich ausgetauscht. Insgesamt mussten die Piloten rund eineinhalb Wochen ohne Flugstunden überbrücken.

Nach den vorsorglichen Reparaturen ist sich Sönke Schmuck, Oberstleutnant und Kommandeur des Kampfhubschrauberregiments, sicher: „Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass die Technik jetzt wieder einwandfrei funktioniert.“ In der kommenden Woche könne eine Schießübung in Berge mit vier Tigern wie geplant stattfinden. „Das war unser Ziel“, sagt Schmuck.

Dass die Tiger der Bundeswehr immer wieder in den Negativschlagzeilen auftauchen, ist dem Kommandeur durchaus bewusst. Das Kampfhubschrauberregiment habe den Schaden aber auch diesmal nicht zu verantworten, sondern müsse ihn lediglich ausbaden.

Obwohl den Piloten Flugstunden fehlen, hält Schmuck die eineinhalbwöchige Pause für die richtige Entscheidung: „Ein solcher Mangel kann zum Absturz führen.“ Und diese Möglichkeit müsse nun einmal zu hundert Prozent ausgeschlossen werden. 

Standardbolzen kostet 33,40 Euro 

Bei den verbauten Bolzen im Tiger-Hubschrauber handelt es sich um eine Standardausführung aus Titan. Auch zahlreiche andere Luftfahrzeuge sind mit diesen Bolzen ausgestattet. Wegen eines Produktionsfehlers war das Material einer Charge brüchig geworden. Ein Bolzen ist 6 x 48 Millimeter groß und kostet beim Hersteller 33,40 Euro. Selbst ein kleines Bauteil des Hubschraubers ist demnach vergleichsweise teuer. Ein kompletter Tiger ist etwa 42 Millionen Euro wert.

Tiger-Hubschrauber starten in Fritzlar nach Flugverbot 

 © Peter Zerhau
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Lesen Sie dazu aus dem Archiv: Kampfhubschrauber Tiger mit gefährlichem Mangel: Flugverbot verordnet

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