Gürtel soll Fußgänger schützen

Fritzlarer König-Heinrich-Schüler holten ersten Preis bei Wettbewerb

Fritzlar. Sie freuten sich riesig: Die Oberstufenschüler Silvio Nießner (17), Max Bergmann (18), Paul Hubweber (18) und Denis Martens (18) von der König-Heinrich-Schule in Fritzlar holten beim bundesweiten Wettbewerb Invent-a-Chip den ersten Preis mit ihrer Chipentwicklung „Smart Moving Detektor“.

Der Verband der Elektrotechnik/Elektronik/Informationstechnik (VDE) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung hatten den Wettbewerb ausgelobt. Die Schüler setzten bei ihrem Wettbewerbsbeitrag auf eine innovative Idee für die Elektromobilität, kamen unter 2500 Teilnehmern damit zunächst bis in die Endrunde der zwölf besten Teams. In dieser Woche wurden sie nun als Sieger beim VDE-Kongress in Frankfurt geehrt.

„Sie waren beharrlich“

KHS-Lehrer Dr. Carsten Obach, der die Schüler betreut hatte, drückte dem Quartett bei der Preisverleihung die Daumen und freute sich mit den Schülern: „Ich sehe den Schlüssel zu diesem tollen Erfolg in einer innovativen Chip-Idee, Initiativbereitschaft, Selbstständigkeit und Beharrlichkeit begründet.“ Obach wies zudem auf die Vorbildfunktion der KHS-Schüler Jochen Hebeler und Julius Wiesemann hin, die beim Wettbewerb 2012 den 2. Platz errangen.

So sehen Bundessieger aus: von links Paul Hubweber, Denis Martens, Silvio Nießner und Max Bergmann mit dem Vibrationsgürtel, der vor leise herannahenden Fahrzeugen warnt. Die KHS-Schüler setzten sich gegen 2500 Mitbewerber durch.

Die jetzigen Gewinner dächten auch schon an die Begeisterung nachfolgender Schülergenerationen, so Obach: Sie hätten selbstständig einen Sponsor für einen 3D-Drucker zum Druck der Gehäuse ihrer Sensoren gewonnen und Workshops für 3D-Druck an der KHS angeboten.

Die Grundidee des „Smart Moving Detectors“ ist es, Fußgänger oder Radfahrer vor leisen, sich annähernden Elektrofahrzeugen über Vibrationssignale in einem Gürtel richtungsabhängig zu warnen und dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstoßes zu verringern.

Die Warnung vor den leisen Elektroautos soll besonders Fußgänger schützen: „Vor allem Seh- und Hörbeeinträchtigte können die deutlich leiseren Elektromotoren der Autos nicht mehr wahrnehmen“, erklärt das Quartett. Die Intensität der Vibrationssignale hängt dabei von der Geschwindigkeit des näher kommenden Fahrzeugs ab. Mittels Sensoren wird die Entfernung und Geschwindigkeit eines Fahrzeugs gemessen und berechnet. Die Warnung erfolgt dann durch Vibrationssignale an einem Gürtel.

Mit ihrem Prototyp überzeugten sie die Fachjury. Bisher ist das Projekt für Anschauungszwecke konzipiert, allerdings ist es durchaus möglich, das Design alltagstauglich zu machen. Dazu wollen sie mit Fachleuten reden, um die Chancen des Systems als potenzielles Produkt in Erfahrung zu bringen. (ula)

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