Die Greifvogel-Auffangstation von Alfons Bischof hat zurzeit Hochkonjunktur

Fritzlar. Die Liste der gefiederten Patienten ist lang, doch Alfons Bischof ist zuversichtlich, dass seine Schützlinge in absehbarer Zeit wieder in die Natur entlassen werden können. Neben drei Bussarden und zwei Jungfalken sind ein Uhu und ein Fischadler die größten Patienten.

Wie Bischof sagte, sind es überwiegend Jungtiere, die sich verletzt haben. Einer der Jungfalken zog sich eine Verletzung am Flügel zu, der andere brach sich ein Bein. Einen Bussard brachte die Polizei aus Baunatal in die Auffangstation, er flog gegen ein Fahrzeug und erlitt eine Kopfverletzung.

Den Fischadler mit der Punkerfrisur fanden Radtouristen im Edertal bei Wega. Er hatte sich eine tiefe Fleischwunde am Flügel zugezogen und musste mit elf Stichen genäht werden. Dazu kommt ein junger Uhu. Der saß mehrere Tage regungslos und abgemagert auf einer Parkbank im Firnsbachtal, wo er schließlich gefunden wurde. Förster brachten ihn dann zu Alfons Bischof.

Alle seine Schützlinge brachte er zu Tierarzt Schmidt nach Wabern, der die Greifer verarztete. In Fritzlar werden sie nun so lange gepflegt, bis sie nach Rücksprache mit dem Arzt wieder in ihre Reviere entlassen werden können. Da der Fischadler ein Zugvogel ist, muss er in Fritzlar überwintern. Er wird im Frühjahr wieder fliegen. Die anderen Vögel können früher entlassen werden.

Die Schützlinge zu versorgen, die von wenigen Tagen bis zu einem Jahr in Pflege sind, das ist eine teure Angelegenheit: Bischof muss einiges aus der eigenen Tasche investieren. Deshalb sind Futterspenden immer erwünscht - wie etwa vom Fischzuchtbetrieb Rameil, der kostenlos Fische zur Verfügung stellt.

Zu den Krankenbesuchen kommen auch Kindergartengruppen und Schulklassen, die die Greifvögel mal ganz aus der Nähe zu sehen bekommen.

Von Peter Zerhau

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