Große Leinwand bleibt beliebt

Auslastung der Kinos steigt wieder: 50 Prozent im Cine-Royal in Fritzlar

Hoffen darauf, dass die Kinos auch weiter geöffnet bleiben: Inhaber Joachim Walther mit seinem Neffen Yannik Walther vor dem Cine-Royal in Fritzlar.
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Hoffen darauf, dass die Kinos auch weiter geöffnet bleiben: Inhaber Joachim Walther mit seinem Neffen Yannik Walther vor dem Cine-Royal in Fritzlar.

Im Kino läuft es fast wieder rund, die Filme werden abgespielt und das Geschäft läuft an. Das Cine-Royal in Fritzlar kommt auf eine Auslastung von etwa 50 Prozent, sagt Inhaber Joachim Walther.

Damit ist der Betreiber erst einmal zufrieden, auch die Angestellten konnten wieder ihre Arbeit aufnehmen. Das Kino hat derzeit 48 Mitarbeiter. In der Zwischenzeit waren sie auf 26 reduziert worden. Seit Mitte Juni läuft der Kinobetrieb wieder nach dem Lockdown. Walther sagt: „Im Kinosaal ist die Ansteckungsgefahr ohnehin sehr gering.“ Alle Kinosäle verfügen über ein Abluftsystem. Nach drei Stunden sei die gesamte Luft in einem Raum einmal komplett ausgetauscht. Ansonsten gelten strenge Regeln. Auch Kinder über sechs Jahren müssen einen Test nachweisen. Das werde kontrolliert. Nicht immer stoße dies auf Einsicht der Besucher. Wegen der Auflagen sei der Personalaufwand im Kino höher. „Wir haben 30 Prozent mehr Personalkosten bei 50 Prozent weniger Einnahmen.“

Zwischen Personen und Gruppen müssen Abstände eingehalten werden. Diese haben sich inzwischen verringert, über die Sitzplatzreservierung werden sie geregelt. Auf dem Platz darf man die Maske absetzen. Die Regeln für den Kinobesucher werden bereits auf der Bandansage bei der Kartenreservierung angesagt. Jeder muss immer seinen Ausweis parat halten, auch Kinder müssen sich ausweisen können. Eine Krankenkassenkarte reiche dafür.

In den langen Monaten des Lockdowns hat Walther renoviert, die Fassade, das Foyer und die Toiletten wurden saniert. Ein neues Soundsystem wurde installiert. Die Kinosäle sollen demnächst modernisiert werden. Der 38-Jährige, der lange Zeit in Asien lebte, hatte das Geschäft erst im Juli 2019 von seinem Halbbruder Matthias gekauft und war mit vielen neuen Ideen an den Start gegangen.

„Kino ist ein Erlebnis mit allen Sinnen“, sagt Walther. Nicht nur der Film sei das Event. Das Drumherum gehöre genauso dazu, damit es ein schönes Ereignis werde. Auch Kulturveranstaltungen wollte Walther anbieten, so der Plan.

Kurz nachdem der Film und Theaterkaufmann das Geschäft übernommen hatte, kam in 2020 Corona und hat alle Kinobetreiber stark getroffen. Jetzt hofft er darauf, dass er seine Ideen wieder umsetzen kann. Aber er lenkt auch ein. „Ich bin vorbereitet auf alles, auch wenn es noch einmal einen Lockdown geben sollte.“ Walther betreibt noch Geschäfte im Finanzsektor und konnte so einiges ausgleichen.

In 2020 hat er das Autokino auf dem Homberger Hessentagsgelände an der ehemaligen Bundeswehr ins Leben gerufen. Die Open-Air Veranstaltungen hatten sich zu einem großen Erfolg in der Pandemie entwickelt. Ab dem kommenden Jahr 2022 soll es wieder belebt werden. Für dieses Jahr habe es wegen des langen Lockdowns keine Planungssicherheit gegeben.

Daher wurde das Autokino nicht in Betrieb genommen. Die Stadt Homberg habe ihm zugesichert, dass das Gelände nicht verkauft werde. Daher werde er im kommenden Sommer 2022 wieder Veranstaltungen auf der Open-Air-Arena anbieten. Es soll den Sommer über regelmäßig sechs bis acht Wochen belebt werden. (Christine Thiery)

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