Will auf Beschwerden gründlich eingehen

Viel Kritik an Spogat: Diskussion um die Verkehrssituation

Hartmut Spogat

Fritzlar. Eigentlich sollte es im zweiten Teil der Bürgerversammlung um die Verkehrssituation in Fritzlar gehen. So kam es dann auch, allerdings anders als gedacht: Eigentlich sollte es um acht von Fritzlarern eingebrachte Probleme gehen. Die Diskussion schweifte jedoch immer wieder ab.

Verärgert zeigten sich Teilnehmer über die Parkplatzsituation in der Stadt, über die Verkehrssituation im Hohlen Graben, die Anbindung des Roten Rains. Die Idee, Parkgebühren einzuführen, sorgte für weiteren Zündstoff.

Kritik musste Bürgermeister Hartmut Spogat immer wieder einstecken. Es sei nicht transparent, wie Entscheidungen zustande kommen, sagte ein Teilnehmer. Bei anderen kam der Eindruck auf, dass Spogat, der die Veranstaltung moderierte, nicht auf die Sorgen der Bürger eingehe.

Spogat wehrte sich und stellte klar, dass er die Entscheidungen nicht alleine treffe. „Die Verwaltung macht Vorschläge und das Parlament entscheidet“, sagte Spogat immer wieder. Und: Dass er sehr wohl und zwar ausführlich auf Beschwerden und Anregungen eingehe.

Zudem sei die Bürgerversammlung der falsche Ort, um auf Einzelprobleme - wie etwa die der Bewohner des Hohlen Grabens - einzugehen. Das brachte ihm Zustimmung, aber auch erneute Kritik ein. Unter anderem hieß es, der ehemalige Soldat Spogat würde sich in einen Schützengraben zurückziehen.

Beliebtheit bringt Probleme

Klar wurde trotz aller Abschweifungen, dass in Fritzlar längst das zum Problem geworden ist, was sich viele andere Städte wünschen: Die Stadt ist beliebt, immer mehr Menschen leben dort, es gibt viele Arbeitsplätze in der Innenstadt, und immer mehr Besucher steuern sie an. Das sorgt für Parkplatzknappheit und volle Straßen. Was zudem die Stimmung aufheizte, war die Baustellensituation mit Dauerbaustelle der Ederbrücke, der Großbaustelle in der Geismar Straße sowie der Sperrung der A 49-Auffahrt.

Kontrovers ging es zu, als Dr. Ulrich Skubella vom Verein Pro Fritzlar vorschlug, Parkgebühren in der Innenstadt einzuführen und einen Shuttlebus für Berufstätige einzurichten, die in der Stadt arbeiten.

Die Kosten lägen bei etwa 100.000 Euro. Es gebe 240 Parkplätze, bei 80 Cent pro Stunde und 50-prozentiger Auslastung könne man 250.000 Euro pro Jahr einnehmen, so Skubella. Damit könne man den Bus finanzieren. Auswärtige, Geschäfte und Stadt würden profitieren.

Was Skubella als akzeptable Alternative vorstellte, stieß bei einigen auf Ablehnung. Ingmar Theiß (CDU) sagte, dass der Vorschlag Fritzlar schade und der Verein doch Pro Fritzlar und nicht Anti Fritzlar heiße.

Stadtverordnetenvorsteher Eberhard Dippolter bilanzierte: „Eine Bürgerversammlung ist gelebte Demokratie. Aber heute ist einiges schief gelaufen.“ (may)

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