Harter Sound und tolle Stimmung bei Rock am Stück

Jubel um den Maskenmann: Die Band Hämatom riss die Festival-Besucher mit. Ihr Markenzeichen sind skurrile Kostüme und Masken. Fotos: Zerhau

Geismar. Harter Sound, verrückte Einfälle und Kostüme, eine ausgelassene, friedliche Atmosphäre - in Geismar war am Freitag und Samstag wieder Rock am Stück (RaS) angesagt.

Allein am zweiten Tag versammelten sich 2000 Fans vor der Bühne. 13 Bands traten an den beiden Tagen auf. Wir haben zehn Gründe für den Erfolg des Festivals zusammengetragen:

1. Die Macher: Die Veranstalter haben ein Experiment gewagt und an zwei Tagen und mit mehr Bands gefeiert. Das Konzept ging auf, und schon jetzt steht fest, dass im nächsten Jahr auch an zwei Tagen gerockt wird, sagte Michael Döring von den Veranstaltern von LohrBergWerk Rock-Promotion. Sein Fazit reichte von „hammergeil“ über „geflasht“ bis hin zu „grandios“. Torsten Schmidt fügt hinzu: „Nächstes Jahr legen wir noch eine Schippe drauf.“

2. Die Fans: Sie lassen kaum ein Festival aus und wissen daher, dass Rock am Stück tatsächlich etwas Besonderes ist: Melanie und Marcus Grabosch aus Zimmersrode sind in diesem Jahr bei bis zu drei Festivals und etwa zehn Konzerten zu Gast. Für sie steht fest, dass RaS ein Ausnahme-Festival ist. „Es gibt nichts zu meckern, und das ist eher selten“, sagen sie.

3. Die Neulinge: Sie sind neugierig und lassen sich auf das Festival ein: Was sich Regina Ziesmann aus Diemelstadt-Wrexen zum nächsten Geburtstag wünscht ist klar, sie will wieder eine Karte für Rock am Stück. Zum ersten Mal war sie am Wochenende dabei und war begeistert. „Eigentlich ist das nicht meine Musik, ich höre vor allem Radiomusik“, sagt sie.

4. Die Atmosphäre: Ausgelassen, friedlich, familiär: „Propellermeer“ ruft die Band Hämatom dem Publikum zu und schon ziehen die meisten Leute vor der Bühne ihre T-Shirts aus und wirbeln sie durch die Luft. Dazwischen immer wieder Familien mit Kindern, darunter Luca-Joel (8 Jahre) und Anna (7) aus Fritzlar. Sie haben zum Schutz Stöpsel in den Ohren und sagen, dass ihnen die Party gefällt.

5. Die Wiese: Ein Festival auf einer Wiese gleich hinter dem Fritzlarer Stadtteil Geismar. Idyllisch, abgeschieden. Anlieger werden durch die Festivalbesucher nicht gestört, und es gibt ausreichend Platz. Und: Rock am Stück könnte auf der Wiese dort noch wachsen.

6. Die Bands: Jede Band hat exzellent abgeliefert: Dieses Fazit zogen Veranstalter und viele Fans gleichermaßen. Besonders überrascht haben am Samstag die Masken-Männer der Trash-Metal-Band Hämatom mit ihrer tollen Show und den in harte Beats eingepackten sozialkritischen Texten.

7. Der Virus: Nicht nur die Besucher waren vom Festival-Virus infiziert: Als „extrem besonders“ beschreibt die Band Devilusion Rock am Stück. Die Jungs blieben nach ihrem Auftritt am Freitag einfach da - als Festival-Fans am Samstag.

8. Der Campingplatz: Gleich neben dem Festivalgelände gibt es Campingmöglichkeiten. Und weil es eben idyllisch und nah ist, war der Campingplatz am Freitag bereits um 19 Uhr belegt. Kurzerhand wurde der Platz erweitert.

9. Die Sicherheit: Dass nicht alle Security-Leute grimmig schauen und übellaunig sind, wie oft bei Veranstaltungen kritisiert, bewiesen die Sicherheitsleute beim RaS-Festival. Für ein gutes Sicherheitsgefühl sorgten zudem die Helfer des DRK. Für das 15-köpfige Team um Einsatzleiter Sebastian Sopel gab es am Samstag nicht allzu viel zu tun.

10. Die Vorfreude: Nicht nur beim Feuerwerk ließen es die RaS-Macher richtig krachen, auch der Ausblick auf das nächste Festival kann sich sehen lassen. Mit dabei sein wird die Deutschrock-Band Kärbholz. Außerdem wieder am Start die Jungs von Mind Driller aus Spanien, die im vergangenen Jahr der Publikumsliebling waren.

Rock am Stück: Harter Sound und tolle Stimmung

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