Künstler durch und durch

Heiner Lürig hat in Fritzlar Musik zu Kinofilm geschrieben

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Die Musik zum Kinofilm „No Future war gestern!“ entstand in Fritzlar: Komponist der Filmmusik ist Heiner Lürig.

Fritzlar. Es muss alles zusammenpassen: Die Musik zu den Bildern, zur Geschichte. Es gehe ums Gefühl. Genau dafür sorgt Heiner Lürig - er ist Musiker durch und durch und schreibt Titel für Kinofilme.

Kaum erklingen die ersten Töne, nimmt Heiner Lürig eine andere Körperhaltung ein. Plötzlich sitzt der eben noch schlaksig wirkende Mann in Jeanshose, Trainingsjacke, Turnschuhen und Mütze auf dem Kopf, ganz gerade. Er schaut konzentriert auf die zwei Bildschirme und verfolgt gebannt die Filmszenen. Hört genau auf die Musik, die aus den vier Boxen dazu abläuft. Ein Motorradunfall: dumpfe, bedrohliche, immer schneller werdende Klänge. Heiner Lürigs Fuß wippt im Takt.

Titelbild zum Soundtrack: Der Film läuft im April an. No Future war gestern! ist ein Komödie von Rivka Schimmelpfeng über eine gescheiterte Rockerin, die eine neue Karriere einschlägt. Foto: privat

Es muss alles zusammenpassen: Die Musik zu den Bildern, zur Geschichte. Es gehe ums Gefühl. Genau dafür sorgt Heiner Lürig - er ist Musiker durch und durch. Arbeitet als Gitarrist, Komponist und Produzent. Er schrieb die Musik zu Hits wie „Dein ist mein ganzes Herz“ und „Finden Sie Mabel“ von Heinz Rudolf Kunze. „Ich habe viel gearbeitet“, sagt er.

Dann kam der Anruf 

Jetzt hat er sich an ein neues Projekt gewagt: Filmmusik. „Das wollte ich schon immer machen, doch es war schwer in der Branche Fuß zu fassen“, sagt er. Dann kam der Anruf von den Machern von „No Future war gestern!“. Lürig las das Drehbuch, und hatte gleich erste Ideen. In seinem Studio „Raum 123“ in Fritzlar entstand die Musik zum Film.

„Jeder hat eigene Melodien im Kopf, ich werte meine nur aus“, sagt er, wenn er über das Musikmachen spricht. Er könne schlecht beschreiben, was in seinem Hirn vorgehe. Da seien jedenfalls viele musikalische Erfindungen drin, die er dann nach Bedarf zuordne. So war das auch bei einer Verfolgungsszene, da wählte er ein sehr dynamisches Stück. Denn es gehe darum, Szenisches musikalisch zu verarbeiten.

Die Musik für einen Film zu schreiben, sei ein sehr dienendes Geschäft. Ganz anders, als beim Schreiben eines Popsongs oder als Musiker auf einer Bühne zu stehen. „Man fügt sich bei einem Filmprojekt in ein großes Ganzes ein“, sagt er. Außerdem könne sich immer viel ändern, selbst, wenn ein Stück eigentlich schon fertig ist. Etwa, wenn eine Szene gekürzt werde - dann müsse auch die Musik angepasst werden.

Es fasziniere ihn, wie viel Einfluss man mit dem Klang auf die Wirkung eines Films nehmen könne. Dabei handele es sich oft nur um kleine Kompositionen, die für große Atmosphäre sorgen. Wenn die Musik dann zu den Szenen passe, habe sie die Kraft, die Zuschauer ganz tief zu berühren, sagt Lürig. Sie sei die Seele.

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