Freiwillige graben am Büraberg

Helfer legen Festungsmauer in Fritzlar frei

Jürgen Bubenhagen steht mit Schaufel und Schubkarre an der Festungsmauer.
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Grabungsarbeiten am Büraberg: Auch Jürgen Bubenhagen nimmt die Schaufel in die Hand.

Auf dem Büraberg bei Fritzlar ist eine Festungsmauer regelrecht aus dem Dornröschenschlaf erwacht. Sie wurde durch freiwillige Helfer des Förderverein Kapelle St. Brigida in Ungedanken wieder freigelegt. Das teilte der Verein jetzt mit.

Fritzlar - Die Helfer haben unter anderem freigelegte und heruntergefallene Steine wieder mit Mörtel vermauert. Außerdem wurde ein bequemer Zuweg mit Hackschnitzeln angelegt.

Als in den Jahren 1926 bis 1932 der Archäologe Prof. Dr. Josef Vonderau auf dem Büraberg grub, war zunächst kein Mauerrest der einstigen Büra-burg zu sehen, berichtet Wolfgang Josef, Vorsitzender des Fördervereins. Dass dort einmal ein fränkisches Kastell stand, das im Jahr 774 sogar dem Sachsenangriff standhielt, sei kaum vorstellbar. Erst im Laufe der Grabungsarbeiten habe sich der Verlauf der Ringmauer wieder dargestellt.

Und nicht nur das. Es stellte sich auch die Dimensionen der Mauer heraus. Diese hatte eine Länge von etwa 1100 Meter, eine durchschnittliche Dicke von drei Metern und eine Höhe von ebenfalls drei Metern.

Im Süden und Norden wurde damals die Ringmauer unmittelbar an die steil abfallende Geländekante gebaut, um eine gute Verteidigungsposition zu erhalten, sagt Josef. „Im Osten und Westen, wo es diesen natürlichen Schutz der Geländekanten nicht gab, wurde ein Grabensystem vorgelagert, um auch hier eine gute Ausgangslage bei einer Verteidigung zu erhalten.“

Durch Grabungsfunde könne man davon ausgehen, dass hier zumindest zeitweise berittene Truppen stationiert waren. „Vergleicht man den Arbeitsaufwand mit der Bevölkerungsdichte im frühen Mittelalter, so waren die Bauarbeiten eine beachtliche, logistische und fertigungstechnische Leistung“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Vonderau hat mit seiner Grabungsmannschaft zum Schluss der Grabungsarbeiten zwei Rekonstruktionen erstellt. Das sind zum einen die Grundmauern des Südost- Tores und zum anderen ein Stück Burgmauer. Jahrzehnte war diese Mauer zugewachsen und wurde von den Besuchern des Bürabergs kaum oder gar nicht wahrgenommen. „Kein Wunder, sie war total zugewachsen“, sagt Josef. (Daria Neu)

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