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Fritzlarer Allee soll zum Hessentag neu gestaltet werden

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Von: Daniel Seeger

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Noch erinnert hier wenig an eine Allee. Nach der Neugestaltung soll das anders werden. Die Fritzlarer Stadtverordneten haben nun mehrheitlich einem Entwurf zugestimmt.
Noch erinnert hier wenig an eine Allee. Nach der Neugestaltung soll das anders werden. Die Fritzlarer Stadtverordneten haben nun mehrheitlich einem Entwurf zugestimmt. © Peter Zerhau

Für einige der Fritzlarer Stadtverordneten war es ein Votum mit Bauchschmerzen. Doch nun steht fest, dass die Allee umgestaltet wird.

Fritzlar – Alles soll schön werden für den Hessentag im Jahr 2024. Wie die Fritzlarer Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich mit den Stimmen der Koalition beschlossen haben, wird nun auch die Allee umgebaut und saniert. Sie soll künftig ihrem Namen gerecht werden und damit einen stärkeren Allee-Charakter bekommen.

Die Beschlussvorlage beinhaltet die grundsätzliche Sanierung der Straße sowie die Neuordnung der Parkflächen in dem Gebiet, den Bau von Fahrradwegen auf beiden Seiten der Straße und die Pflanzung neuer Bäume. Ein Minikreisel soll dafür sorgen, dass der Verkehr an der Kreuzung Allee/Geismarstraße fließt. Damit auch große Fahrzeuge wie Lkw problemlos die Kreuzung passieren können, sieht die nun beschlossene Variante vor, dass der Kreisel befahrbar sein soll.

Hessentag 2024: Neugestaltung der Allee in Fritzlar sorgt für Diskussionen

Dass es bei diesem Thema viel Diskussionsbedarf geben wird, zeigte sich bereits im Vorfeld. Die Dauer der Beratung im Ausschuss für Planung, Soziales und Kultur, war sehr lang, wie Martin Hannappel (CDU) berichtete. „Dreieinhalb Stunden sind alles andere als alltäglich.“

Er äußerte in der Stadtverordnetenversammlung deutliche Kritik am Antrag: „Wir fällen 14 kerngesunde Bäume und vernichten Parkraum. Und das für zwei Fahrradstreifen und um 900.000 Euro Fördergeld zu bekommen.“ Die Gesamtkostenschätzung für die Sanierung der Allee beläuft sich auf 2,1 Millionen Euro. Damit kommen auf die Stadt Kosten von 1,2 Millionen Euro zu. Hannappels Vorschlag: Die Entscheidung zu verschieben und noch einmal in einer Sondersitzung beraten.

Nicht abgestimmt wurde über eine alternative Planungsvariante. Diese sah eine Neugestaltung der Allee ohne einen zweiten Fahrradstreifen vor, hätte dafür aber mehr Parkplätze erhalten. Die Fahrbahn wäre ausgebessert satt saniert worden. Auf die Förderung von 900.000 Euro hätte die Stadt bei dieser Variante verzichten müssen, die Gesamtkosten wären mit rund 1,3 Millionen Euro deutlich niedriger, jedoch hätte die Stadt diese Kosten komplett tragen müssen.

Hessentag 2024: Es soll kein „Flickwerk“ bei Sanierung der Allee in Fritzlar geben

Hundertprozentig überzeugt von der Planung waren auch Vertreter der Koalition nicht. Dr. Christoph Pohl, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler sagte: „Ich habe immer noch Schwierigkeiten mit dem Entwurf.“ Es sei aber nicht realistisch, bis zum Monatsende eine gute Alternative zu entwickeln. Angesichts der Kostensteigerung der Stadthalle fragte Pohl: „Wollen wir 900.000 Euro Fördergeld etwa nicht mitnehmen?“ Das Geld gibt es nur, wenn die Stadt bis zum Monatsende einen entsprechenden Antrag stellt.

Für Mario Jung (SPD) war klar: Abstriche bei den Radwegen und ein „Flickwerk“ statt einer Straßensanierung sind nicht diskutabel. Die SPD stehe für eine zeitgemäße Radwegeplanung. Außerdem sei es wichtig, das Fördergeld mitzunehmen.

Axel Jäger von den Grünen war überzeugt: „Das ist die beste Variante“. Und zwar auch mit Blick auf moderne Verkehrskonzepte und das Thema Klimaschutz. (see)

In einer ursprünglichen Version hieß es fälschlicherweise, dass die Varianten von der Koalition beziehungsweise von der CDU eingebracht wurden. Wir haben die entsprechenden Passagen korrigiert.

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