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Humanitäre Hilfe: Kinderhilfswerk Stiftung Global Care hilft in der Ukraine

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Von: Chantal Müller

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Eine Frau und zwei Kinder sitzen in der Ukraine verängstigt in einem Keller.
Schutz vor den Angriffen: Eine Familie richtet sich in der Ukraine in einem Keller ein, auf der Suche nach Sicherheit. © Global Care

Krieg in der Ukraine. Krieg in Europa. Auch am Tag nach dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine hat das Unfassbare für viele Menschen seinen Schrecken noch nicht verloren. Das Kinderhilfswerk Stiftung Global Care aus Fritzlar gehört zu den Helfern der ersten Stunde. Bereits seit Kriegsbeginn leistet das Team aus der Domstadt humanitäre Hilfe.

Fritzlar - 100 Patenkinder werden von Global Care in der Ukraine betreut. „Sie sind in einer unfassbaren Situation“, sagt Geschäftsführerin Beate Thomé und berichtet von Kindern, die bereits am ersten Kriegstag evakuiert werden mussten. Sie alle seien wohlbehalten in ihrem Evakuierungsort angekommen. Obwohl sie zum Teil unter Bombenhagel hätten fliehen müssen, berichtete ein Kontakt dem Hilfswerk. In einigen Kirchen, unter anderem im Global-Care-ProjektstandortPoltawa, wurden Familien untergebracht, Bierzeltgarnituren aufgestellt, um die zur Flucht Gezwungenen zu versorgen. Doch neben Unterkünften müssten auch Kochgelegenheiten und Sanitäreinrichtungen geschaffen werden. „Wir haben Kontakt zu unseren Patenkindern und hoffen, dass sie unbeschadet bleiben“, sagt Thomé.

Doch es gehe bei weitem nicht nur darum, die Patenkinder zu versorgen. „Wir werden humanitäre Hilfe in der Ukraine leisten. Das ist sicher“, sagt Thomé. Dabei kann das Kinderhilfswerk auf ein gutes Netzwerk an Helfern zurückgreifen. Seit 20 Jahren ist das Team vor Ort. Mit ihrer Referatsleiterin der Ukraine sind die Fritzlarer in engem Kontakt. Obwohl das nicht immer leicht ist: „Unser Koordinator musste selbst evakuiert werden. Aber wir versuchen, den Kontakt zu halten“, erzählt Thomé. Für Mai war ein Besuch der Projekte in der Ukraine geplant. Das wird nun wohl vorerst auf Eis liegen.

Da es nicht nur einzelne betroffene Gebiete gibt, sei es schwierig, die Lage im Blick zu behalten. Auch die Hilfsaktionen großer Organisationen liefen jetzt erst an. Deshalb weiß das Kinderhilfswerk noch nicht genau, wie viele Menschen es konkret unterstützen kann und soll. „Das wird jetzt erst alles koordiniert“, erklärt die Geschäftsführerin, die aber froh ist, auf das über lange Jahre aufgebaute Netzwerk in der Ukraine zurückgreifen zu können. So sei es möglich, dass schon jetzt erste Hilfen ankommen.

Was die Menschen aktuell vor allem bräuchten: Lebensmittel, Benzin für Evakuierungsfahrten, Geld, um Evakuierungswohnungen bezahlen zu können. „Darum geht es jetzt an erster Stelle.“ Thomé berichtet von langen Schlangen vor Supermärkten, die es erschweren, an Lebensmittel zu gelangen. Sie spricht davon, dass Autos benötigt werden, um Fahrten zur Evakuierung zu überbrücken. Doch eine gute Nachricht gibt es: Eine Hilfslieferung mit Kleidung, die vor zehn Tagen von Deutschland aus auf den Weg in die Ukraine ging, ist am Tag des Kriegsbeginns bei den Betroffenen angekommen. Bis auf einen Ort im Donezk-Gebiet, sagt Thomé. Doch die Freude über den kleinen Erfolg ist ihr anzumerken: „Das hilft den Menschen.“

Kinderhilfswerk Stiftung Global Care: Hilfe im Katastrophenfall

Das Kinderhilfswerk Stiftung Global Care leistet seit mehr als 40 Jahren humanitäre Hilfe in 20 Schwellen- und Entwicklungsländern auf der ganzen Welt. Als Kinderhilfswerk liegt ihr Augenmerk darauf, die Nöte von Kindern zu lindern und sie zu unterstützen. Global Care ist Mitglied in Dachverbänden und Bündnissen wie der „Aktion Deutschland Hilft“. Einige Projekte werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. Menschen können Patenschaften übernehmen, einzelne Projekte gezielt unterstützen oder in der Katastrophenhilfe helfen. Auch in der Ukraine ist Global Care aktiv. Wer die Arbeit des Hilfswerks unterstützen möchte, kann spenden. 200 Euro versorgen eine Familie einen Monat lang mit Lebensmitteln, 300 Euro bezahlen einen Monat lang die Miete für eine geflüchtete Familie. (Chantal Müller)

global-care.de

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