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Ukraine-Flüchtlinge im Schwalm-Eder-Kreis: Nur mit Masernschutz in Kita

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Von: Rainer Schmitt

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Ukrainische Flüchtlinge stehen vor dem Amt für Migration an der Hammer Straße im Stadtteil Wandsbek und warten auf Einlass.
Mehr als zwei Millionen Menschen sind bereits vor dem Ukraine-Krieg geflohen. (Symbolbild) © Marcus Brandt/dpa

Immer mehr Jugendliche und Kinder, die aus der Ukraine geflohen sind, besuchen Kitas und Schulen im Schwalm-Eder-Kreis. Doch auch sie müssen einen Impfnachweis führen.

Schwalm-Eder – Vor Krieg und Tod in ihrer Heimat sind Millionen Ukrainer geflohen. Im Schwalm-Eder-Kreis waren es Anfang Juni offiziell 2005 Frauen, Männer und Kinder, die Zuflucht gesucht haben und auch registriert sind. 580 von ihnen im Alter zwischen sieben und 18 Jahren seien zumindest noch zum Teil schulpflichtig und 281 könnten einen Kindergarten besuchen, erklärte Kreissprecher Stephan Bürger auf Anfrage der HNA.

Mit ähnlichen Zahlen ist auch das Staatliche Schulamt in Fritzlar konfrontiert. „Wir haben im gesamten Schulamtsbezirk, der auch den Landkreis Waldeck-Frankberg umfasst, 885 Schüler in Schulen aufgenommen. Im Schwalm-Eder-Kreis waren es 448 Kinder und Jugendliche“, sagt der Leiter des Schulamts, Stephan Uhde. Das Problem: Für Schule und Kita gibt es eine Nachweispflicht für eine Masernimpfung.

Nach Angaben von Uhde lassen sich die Schulen den Impfnachweis vorlegen und melden dies dem Schulamt. Dabei gelte, dass „ungeimpfte Schüler nicht vom Unterricht ausgeschlossen werden“, erklärt der Schulamtschef. Der Grund: In Hessen steht die Schulpflicht über der Pflicht, eine Masernschutzimpfung nachzuweisen, ergänzt Kreissprecher Bürger. Fehle ein solcher Nachweis, sei es Praxis, darauf hinzuwirken, die Impfung nachzuholen, fügt Stephan Uhde hinzu. Stichtag: 31. Juli dieses Jahres.

Ukraine-Flüchtlinge im Schwalm-Eder-Kreis: Keine Überprüfung des Impfstatus

Einen regelhaften Gesundheitscheck oder die Überprüfung des Impfstatus der Flüchtlinge gebe es bei der Ankunft im Schwalm-Eder-Kreis nicht, sagt Bürger. Doch von der zuweisenden Erstaufnahmestelle des Landes gebe es Hinweise beispielsweise auf Erkrankungen wie Diabetes, damit der Landkreis, sofern gewünscht, einen Arztbesuch vermitteln könne.

Klare Vorgaben gebe es, wenn Kinder und Jugendliche die Schule besuchen sollen. Dann nämlich sei eine Schuleingangsuntersuchung durch den Schulärztlichen Dienst des Kreisgesundheitsamtes fällig. Läge eine Impfung gegen Masern nicht vor, werde den Eltern empfohlen, diese bei niedergelassenen Ärzten nachzuholen.

Masernschutzgesetz schreibt Impfung für Kita-Kinder vor

Etwas anders sieht es beim Besuch eines Kindergartens aus. Dort regelt das bundesweit gültige Masernschutzgesetz den Zugang. Demnach ist es verpflichtend, vor der Aufnahme in eine Kita einen Impfnachweis vorzulegen. Es müsse mindestens die Erstimpfung erfolgt sein, erklärt Bürger. Sonst sei keine Betreuung in einem Kindergarten möglich. (Rainer Schmitt)

Kinder und Jugendliche in allen Schulformen

Insgesamt 448 Kinder und Jugendliche besuchen im Schwalm-Eder-Kreis nach Angaben des Staatlichen Schulamtes verschiedene Schulen. Die Schüler im Alter zwischen sieben und 18 Jahren unterteilen sich in 302 Mädchen und 269 Jungen. Sie besuchen vom Vorlaufkurs der Grundschule über die Grundschule auch die weiterführenden Schulen sowie die InteA-Kurse im beruflichen System. Ab 16 Jahren gibt es ein Angebot zur intensiven Sprachförderung. 

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