Irish Folk in Fritzlar: Cara spielte in der Kulturscheune

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Sie spielen Musik, die sie lieben: Die Musiker von Cara gastierten in der Fritzlarer Kulturscheune. Sie verwöhnten das Publikum mit irischen Instrumentalstücken, fetzigen Liedern und gefühlvollen Balladen.

Fritzlar. Offensichtlich steht man in Fritzlar auf irischen Folk. Die deutsch-schottische Band Cara spielte am Freitagabend nämlich in der Kulturscheune vor ausverkauftem Haus.

Bei der Vorstellung ihrer neuen CD „Yet We Sing“ und einigen allbekannten Hits, eroberten Pfälzerin Gudrun Walther (Gesang, Geige, Akkordeon), Schottin Kim Edgar (Gesang, Piano, Geige), Schwabe Jürgen Treyz (Gitarre) und Tübinger Hendrik Morgenbrodt (Dudelsack, Flöte) nach wenigen Takten die Herzen des Publikums.

Cara verwöhnte mit irischen Instrumentalstücken, fetzigen Liedern und gefühlvollen Balladen. Die Gruppe beflügelte musikalisch die Fantasie. So konnte man sich auch instrumentale Titel wie „The naked Man in the Whirlpool“, gut vorm geistigen Auge vorstellen.

„Es ist die Musik aus Irland und Schottland, die wir lieben“, bekannte Walther. Traumhaft war die Ballade „Ardkeen Boat Song“, bei der das Publikum den Refrain „Haul away boys, haul away“ kräftig mitsang. „Es ist das einzige Seemannslied, wo der Seemann am Schluss überlebt“, witzelte Walther. Ergreifend war die Ballade „Little Musgrave“, bei der die junge Lady Barnett ihren alten Gatten mit dem feschen Ritter Musgrave betrügt. Jähzornig ermordet der Lord das Paar.

Bei „The Exploding Case“ bewies Morgenbrodt eindrucksvoll sein Können auf dem Dudelsack. Relaxen konnte man mit „A Wee Dobro Tune“ von Treyz, bei dem er mit Pianistin Edgar harmonisch aufspielte.

Von zarter Eleganz war ihr Klavierspiel bei „Anchor In The Sky“, bei der sie und Walther mit bewährten Harmoniegesang betörten und von jenen Menschen sangen, die stets für einen da sind. Edgar verzückte mit „Blood, Ice and Ashes“, „eine schottische Mörderballade, die ausnahmsweise von einer Mörderin handelt.“ Der tanzlastige „Scottishe Kerlou“ war geprägt von Walthers fetzigen Akkordeonspiel. „Cain’s War“ hatte Walther am Tag nach dem Charlie-Hebdo-Massaker in Paris geschrieben. „Anscheinend hat die Menschheit aus der Zeit von Kain und Abel nichts dazu gelernt“, stellte sie fest.

„Wir sind froh, dass wir in Fritzlar sein konnten und wir werden sehr gerne wieder herkommen“, lobte Walther das Publikum.

Mit kräftigem Applaus forderten die Zuhörer als Zugabe die Titelballade des Albums „Yet We Sing“ ein.

Von Nadja Zecher-Christ

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