Coronakrise: Neue Regel im Schwalm-Eder-Kreis

„Jammern hilft auch nicht“: Inhaber der Fritzlarer Turmschänke bleibt trotz Sperrstunde optimistisch

Mit Wärmflaschen soll es auch im gelüfteten Raum und draußen gemütlich sein: Holger Lauterbach von der Turmschänke (rechts) freut sich über seine Gäste von links Sabine Volkers sowie Christian und Jennifer Giese.
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Mit Wärmflaschen soll es auch im gelüfteten Raum und draußen gemütlich sein: Holger Lauterbach von der Turmschänke (rechts) freut sich über seine Gäste von links Sabine Volkers sowie Christian und Jennifer Giese.

In der Fritzlarer Turmschänke gilt - wie in allen anderen gastronimischen Betrieben im Schwalm-Eder-Kreis - seit Montag eine Sperrstunde. Aus der Bahn werfe das die Kneipe aber nicht, sagt Inhaber Holger Lauterbach.

Fritzlar – Noch vor einem Jahr war an die Coronakrise auch in der Fritzlarer Turmschänke nicht zu denken. Rund 70 Gäste saßen zu Spitzenzeiten beieinander, feierten, schüttelten sich die Hände oder nahmen sich in den Arm. Das Wort Sperrstunde existierte damals noch nicht. Heute ist alles anders. Das Wort Sperrstunde bestimmt seit Montag den Alltag in Restaurants, Bars und den Kneipen im Schwalm-Eder-Kreis – so auch den von Holger Lauterbach, Inhaber des Pubs, wie die Fritzlarer ihre Turmschänke nennen.

„Einschränkungen gibt es ja schon seit Monaten“, sagt Lauterbach. Am Tisch darf nur eine bestimmte Anzahl an Personen sitzen, der Abstand muss gewahrt werden. „Die Sicherheit geht vor, das ist ganz klar.“ Lauterbach und sein Team seien, was die Regeln angehe, rigoros. Werden es zu viele in der Kneipe, würden Leute auch wieder weggeschickt. Die meisten hätten dafür Verständnis.

Mit der Sperrstunde tritt nun seit Montag eine Regel in Kraft, mit der der Landkreis über die Empfehlungen des Landes Hessen hinaus geht. Lauterbach betrachtet sie differenziert: „In der Woche dürfte das ganz gut machbar sein.“

Eine Veränderung werde vor allem an den Wochenenden zu spüren sein, denn insbesondere an Freitagen und Samstagen seien die Menschen schon auch gern bis in die Nacht geblieben. „Wenn jetzt ein VW-Mitarbeiter um 22 Uhr von seiner Schicht kommt, setzt der sich nicht mehr um halb 11 für eine halbe Stunde in die Kneipe, das lohnt sich nicht“, nennt der 54-Jährige ein Beispiel.

Neue Regeln bedeuten neue Organisation, das wissen Lauterbach und sein Team. „Jeder muss sehen, wie er die Vorschriften am besten für sich umsetzt.“ Er selbst sei sogar noch vorsichtiger, als es die Regeln vorsehen. „Bei mir sollen die Gäste auch den Mund-Nasen-Schutz aufsetzen, wenn sie reinkommen oder auf die Toilette gehen.“

Ohnehin würde er spüren, dass seinen Gästen die Sicherheit wichtig sei. „Die meisten ziehen sich lieber eine Jacke mehr an und setzen sich draußen hin. Auch bei diesen Temperaturen.“ Mit Wärmflaschen und Feuerstellen wolle er es allen zusätzlich so angenehm wie möglich machen.

Außerdem läuft die Registrierung in der Kneipe nicht über ausgefüllte Zettel, sondern per App, um das Risiko auch diesbezüglich ebenfalls so gering wie möglich zu halten. „Das funktioniert mittlerweile sehr gut.“

Für Lauterbach steht fest: Die Coronakrise mit ihren Einschränkungen ist anstrengend – gerade auch für die Gastronomie. Sich dadurch unterkriegen zu lassen, sei für den Fritzlarer aber keine Option. „Jammern hilft auch nicht.“

Seit Jahrzehnten stecke er all sein Herzblut in die Turmschänke. Deshalb: „Corona wird uns nicht aus der Bahn werfen.“ (Daria Neu)

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