Eier sind nicht alles

Jochen Rohde aus Werkel ermuntert, Hühner selbst zu halten

Auf die Menge der Eier kommt es ihm nicht an: Jochen Rohde aus Werkel züchtet Rassehühner. Insgesamt leben knapp 90 Tiere bei ihm.
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Auf die Menge der Eier kommt es ihm nicht an: Jochen Rohde aus Werkel züchtet Rassehühner. Insgesamt leben knapp 90 Tiere bei ihm.

Jochen Rohde aus Werkel hat seit 40 Jahren ein besonderes Hobby. Er züchtet Hühner. Aber nicht, um viele Eier zu bekommen, sondern weil er Spaß an den unterschiedlichen Rassen hat.

Werkel – Jochen Rohde aus Werkel ist Rassegeflügelzüchter und kennt sich genau aus. Bei ihm auf dem kleinen Hof leben knapp 90 Tiere. Ob Zwerg-Welsumer, Zwerg-Phnönix oder Legehybriden – Rohde will vor allem eines klar machen: Es lohnt sich, eigene Hühner zu halten. Zurück zur Selbstversorgung, weg von der Massentierhaltung. Das ist seine Botschaft.

An die artgerechte Haltung führt der Großvater auch schon seine Enkelkinder Silas und Sanna heran. Sie bekommen von Kindesbeinen an mit, was es bedeutet, sich um eigene Tiere kümmern zu müssen. „Früher war es ganz normal, dass man hinter dem Haus einen Stall hatte“, sagt Rohde.

Mittlerweile habe sich das selbstverständlich gewandelt. Dennoch plädiert der Werkeler für einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln – zum Beispiel mit Eiern. Schließlich würde man allein am Geschmack erkennen, ob es einem Huhn gut geht. „Alles, was das Huhn zu sich nimmt, kommt ins Ei.“

Hühner züchten: Ausreichend Platz für Federvieh

In Rohdes Zucht haben die Tiere ausreichend Platz. In einer großen Voliere spazieren sie in kleinen Gruppen durchs Gras, picken ihre Körner, können sich in die Ställe zurückziehen, wann immer sie wollen. „Prinzipiell kann man unterschiedliche Rassen auch gemeinsam halten. Mischen geht immer“, erklärt Rohde.

Aber: Bitte nicht einfach mal so von jetzt auf gleich. Denn wichtig ist zu wissen: „Unter Hühnern besteht eine klare Rangordnung.“ Finden die Tiere plötzlich einen ganz anderen Artgenossen vor, merken sie es sofort. „Die Tiere erkennen, dass der Neuankömmling anders aussieht.“

Die Hühner in Werkel sehen je nach Rasse unterschiedlich aus

Die Hühner in der Werkeler Zucht sehen wirklich ganz unterschiedlich aus. Seine Zwerg-Welsumer, die ursprünglich von einer Züchtung aus Holland abstammen, sehen ein bisschen rebhuhnartig aus. Die Zwerg-Phnönix hingegen – auch Langschewanzhuhn genannt – haben ein sehr elegantes Aussehen. Ihr goldener Hals und ihr langes Gefieder in Kombination mit ihrem recht kleinen Erscheinungsbild lassen sie sehr elegant daherstolzieren.

Die Zwerg-Phönix sind bekannt für ihr elegantes Aussehen.

„Egal, wie viele Hühner und welche Rasse – wichtig ist die artgerechte Haltung“, betont Rohde abermals. Und dazu gehöre nicht nur ausreichend Platz und gutes Futter, sondern auch ein ausreichender Impfschutz.

Unterstützung in solchen Fragen bietet auch ein Verein, in den man als Rassegeflügelzüchter bestenfalls eintrete. Rohde selbst ist Mitglied im Geflügelzuchtverein Fritzlar und Umgebung. „Da bekommt man Infos.“ Nicht nur zur Haltung, sondern auch zu Schauen und Ausstellungen.

Schon gewusst? - Kuriositäten rund um Huhn und Hahn

Hahnenschrei: In Frankreich ist das Krähen eines Hahnes gesetzlich geschützt. Seit Anfang dieses Jahres ist unter anderem der Hahnenschrei ein Kulturerbe. Der Grund: Es gab bereits zahlreiche Klagen von Menschen, die sich durch Tiergeräusche gestört gefühlt haben – übrigens auch in Deutschland.

Eierlegen: Die Legehybriden sind Hochleistungshennen in der Zucht von Jochen Rohde aus Werkel. Sie legen mehr als 300 Eier im Jahr – im Schnitt also fast jeden Tag eines. Seine anderen Rassen legen nur etwa knapp 200 oder auch nur knapp 100 Eier jährlich. (Daria Neu)

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