Polizei erklärt Folgen

Jugendliche randalieren in Fritzlar: Reinigungskraft ärgert sich über Müll

Reinigungskraft Carmen Schulze vor einem Blumenkasten an der Stadtmauer in Fritzlar.
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Ärgert sich über die Zerstörung und den Müll: Reinigungskraft Carmen Schulze will nicht akzeptieren, dass Jugendliche auf dem Platz hinter der Schule am Dom unter anderem Blumenkästen kaputtmachen.

So langsam reicht es Carmen Schulze. Sie ist Reinigungskraft bei der Stadt Fritzlar und hat nun genug davon, dass sich eine Gruppe von Jugendlichen regelmäßig auf dem Platz hinter der Schule am Dom in Richtung der öffentlichen Toiletten trifft und Müll hinterlässt.

Doch damit nicht genug. Auch einen zerstörten Blumenkasten fand Schulze in der vergangenen Woche auf einer Mauer vor. Etwa 15 Jugendliche würden sich immer wieder treffen, Alkohol trinken, laute Musik hören. Das habe die Reinigungskraft selbst gesehen und die jungen Menschen immer wieder gebeten, den Hof zu verlassen. „Das ist kein öffentlicher Platz, sie haben hier nichts verloren.“ Sie habe keine Angst vor Aufräumarbeiten, aber dass Dinge zerstört werden, das wolle Schulze nicht akzeptieren. „Sie sollen sich einfach benehmen, das kann doch so schwer nicht sein.“

Vorfälle der Polizei gemeldet

Auch die Schule am Dom selbst habe die Vorfälle bereits bei der Polizei gemeldet, bestätigt Konrektor Daniel Bollerhey. Jetzt wolle man erst einmal schauen, wie sich die Situation in Zukunft entwickele.

„Noch sind wir aber sehr entspannt“, sagt Bollerhey. Eine Strafanzeige liege der Polizei diesbezüglich derzeit noch nicht vor, berichtet Markus Brettschneider, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Das Problem der Beschädigung von Gegenständen und des Mülls an öffentlichen Plätzen – vor allem in der Nähe von Schulen – sei allerdings bekannt. Und zwar nicht nur in der Domstadt, sondern im gesamten Kreisgebiet. Der jüngste angezeigte Fall in Fritzlar ereignete sich am Wochenende um den 6. Juni. Mehrere Jugendliche hätten sich auf dem Spielplatz der Schule An den Türmen getroffen, unter anderem Glasscherben hinterlassen und auf die Rutschen uriniert, berichtet die Polizei. Der Hausmeister der Schule habe den Dreck entfernen müssen. „Wir haben die Bereiche, an denen so etwas häufig passiert, im Blick“, sagt Brettschneider. Auch Anwohner bittet die Polizei, Vorfälle dieser Art zu beobachten und zu melden.

Ungeschoren kämen die Jugendlichen nicht davon, sollten sie erwischt werden. „Eine Sachbeschädigung ist eine Straftat und wer Müll hinterlässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.“ Es liege im Ermessen des Gerichts, ob und in welchem Ausmaß es am Ende zu einer Geldstrafe, einer Verwarnung, einer Arbeitsleistung oder auch einem Arrest komme.

Wichtig sei jedoch zu bedenken, sagt Brettschneider: „Tritt ein Kind beispielsweise in eine Glasscherbe und verletzt sich dabei, kommen wir schon in den Bereich der fahrlässigen Körperverletzung.“ In Niedersachsen haben Kinder eine Schule komplett verwüstet. Dabei ist ein Schaden von 150.000 Euro entstanden.

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