In Coronakrise telefonisch erreichbar

Schuldnerberatung jetzt in Fritzlar

Juristin Manuela Wiegand hilft Menschen in finanzieller Schieflage weiter
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Berät Ratsuchende in neuen Räumlichkeiten in Fritzlar : Manuela Wiegand von der Schuldner- und Insolvenzberatung der Verbraucherzentrale Hessen.

Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Verbraucherzentrale Hessen ist umgezogen: von Borken nach Fritzlar.

In der Fraumünsterstraße 23, einer ehemaligen Zahnarztpraxis, betreut Manuela Wiegand nach den Corona-Einschränkungen wieder Ratsuchende, die in finanzielle Schieflage geraten sind. Bald mit der Unterstützung einer weiteren Kollegin.

Die Juristin kennt sich gut mit Zahlen aus – zunächst war sie Anwältin in einer Wirtschaftskanzlei und hat somit die andere Seite vertreten. Doch sie vermisste das Menschliche, wollte helfen. Und so fand sie 2019 den Weg zur Schuldnerberatung.

Umzug nach Fritzlar von langer Hand geplant

Der Umzug nach Fritzlar sei schon länger geplant gewesen. Nach einem zunächst noch etwas chaotischen Start sei aber schon bald alles seinen gewohnten Weg gegangen. Die direkte Nachbarschaft zum Amtsgericht sei sehr praktisch, auch die Infrastruktur in Fritzlar sei gut.

„Unsere Beratung ist kostenlos, privat und individuell“ versichert Wiegand. Es herrsche die Pflicht zur Verschwiegenheit. Oft dauert es ewig, bis die Leute zu ihnen kämen, viele schämten sich für ihre finanzielle Situation und zögerten es lange hinaus sich Hilfe zu suchen. Deshalb grüße die Juristin ihre Klienten auch nicht von sich aus auf der Straße: „Das könnte ihnen eventuell unangenehm sein.“

Notlage entsteht oft nicht durch eigene Schuld

Es gäbe zwar einen Stereotypen, der bei der Beratungsstelle Unterstützung suche, doch betreue sie häufig auch junge Familien und Rentner. Ebenso Akademiker, Beamte und Soldaten suchen Hilfe bei Wiegand. Nicht jeder sei komplett pleite: „In den meisten Fällen haben die Betroffenen kaum Einfluss auf die Auslöser für ihre finanzielle Notlage“ erklärt Wiegand. Häufig seien die Auslöser einer Überschuldung beispielsweise Scheidung, Krankheit oder gescheiterte Selbstständigkeit.

Manuela Wiegand ist 56, Juristin und Muslima. Seit 17 Jahren trägt sie Kopftuch: „Oft gucken die Leute bei der ersten Begegnung etwas überrascht, danach ist es kein Thema mehr.“ Berührungsängste hätten die Klienten bis jetzt nie gehabt. „Nur Muslimen ist es anfangs eher unangenehm einer anderen Muslima gegenüber zu sitzen.“ Hier bestünde zunächst eine kleine Hemmschwelle, denn laut islamischen Glauben solle man es so gut es gehe vermeiden, Schulden zu machen.

Schuldnerberatung: Angebot wird gut angenommen

Schlussendlich seien aber alle froh, dass ihnen in einer vermeintlich aussichtslosen Lage geholfen werde. Die Juristin will den Menschen die Scheu vor dem Thema Schulden- und Insolvenzberatung nehmen. „Das Angebot wird gut angenommen“, sagt sie, doch lange nicht von allen, die Hilfe benötigten.

Wiegand erklärt: „Die Schuldner- und Insolvenzberatung hat einen Vertrag mit dem Schwalm-Eder-Kreis und wird von den Kommunen und dem Land Hessen finanziert.“

Sie erhalte nach Beratungen oft positive Rückmeldungen, teils sogar Pralinen zum Dank. „Ich gehe immer mit einem guten Gefühl nach Hause weil ich in meinem Job den Menschen helfen kann.“ Sie sei gut in Fritzlar angekommen und hoffe, hier viel bewirken zu können.

Coronakrise: Beratung am Telefon

Auch unter den Einschränkungen der Coronakrise ist das Team der Schuldnerberatung aktuell zu den regulären Sprechzeiten telefonisch erreichbar und generell per Email: schuldnerberatung-sek@verbraucherzentrale-hessen.de. P-Konto Bescheinigungen werden ebenfalls weiterhin ausgestellt.

Beratung: Montag, Mittwoch, Donnerstag von 9 bis 13 Uhr, Dienstag von 14 bis 16 Uhr. 

Tel. 0 56 22/7 12 90 00

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