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Kabelfehler sorgte für Stromausfälle in Fritzlar

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Von: Daniel Seeger, Maja Yüce

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Taschenlampe: Bei einem Stromausfall kann eine Taschenlampe hilfreich sein.
Taschenlampe: Bei einem Stromausfall kann eine Taschenlampe hilfreich sein. © dpa

Drei größere Stromausfälle gab es in den vergangenen vier Wochen in Fritzlar. Eine Situation, die in einer Zeit der Energiekrise bei vielen Menschen für Unsicherheit sorgte.

Fritzlar – Und das nicht nur in den betroffenen Stadtteilen Rothhelmshausen, Geismar und Fritzlar Kernstadt.

Jetzt erklärt der zuständige Energieversorger, die Energie Waldeck- Frankenberg (EWF), auf HNA-Anfrage, welche Gründe es für die Ausfälle gab und wie diese künftig möglichst vermieden werden sollen. Garantieren könne man dies aber nicht. Klar sei aber, dass das Thema Stromversorgung ein sehr sensibles sei. Stromausfälle seien in Deutschland aber eigentlich sehr selten und würden in der Regel innerhalb weniger Stunden behoben – so auch bei den drei Fällen in Fritzlar.

„Die Stromzufuhr war jeweils bis zu zwei Stunden unterbrochen“, sagt Axel Voigt, Pressesprecher der EWF. Grund dafür sei aber nicht die Energiekrise. „Es gab keinen Engpass bei der Stromversorgung“, erklärt er. Ein Kabelfehler im Mittelspannungsnetz war der Grund für die Störungen.

„Mithilfe einer Suchschaltung hat der Entstörungsdienst den Ort lokalisiert und den entsprechenden Teilabschnitt des Mittelspannungsnetzes für eine Reparatur außer Betrieb genommen“, sagt Axel Voigt.

Die Ausfälle

Die Ausfälle traten am 11. Dezember, am 17. Dezember und am 9. Januar auf und dauerten jeweils bis zu zwei Stunden, so die EWF. Ursache für die letzte Störung sei der Kabelfehler. Es sei möglich, dass die beiden Störungen vor Weihnachten das Stromnetz an dieser Stelle so belastet haben, dass es zu dem Ausfall kam. „Das wäre auch die Erklärung dafür, warum die Störungen vermehrt aufgetreten sind“, so Voigt.

Die Fehlerbehebung

Derzeit finden laut EWF Tiefbau- und Montagearbeiten in Fritzlar im Gebiet Carlstraße sowie Wiesenweg/Berliner Straße und in Kleinenglis statt, damit die Leitungsabschnitte wieder in Betrieb genommen werden können.

Um die Stromversorgung künftig stabil halten zu können, will die EWF in den Gebieten, in denen vermehrt Fehler aufgetreten seien, nun die Baumarbeiten für die Erneuerung und Verstärkung des Stromnetzes vorziehen, erklärt Voigt. Außerdem investiere das Unternehmen schon länger in neue Netz- und Leittechnik, um eine größtmögliche Stabilität im Netz zu erreichen und die Herausforderungen durch die Energiewende zu meistern. „Die EWF erweitert beispielsweise kontinuierlich die Zahl ihrer Messpunkte im gesamten Netzgebiet“, erklärt der Pressesprecher. Damit erhalte man ein noch umfassenderes Bild über den aktuellen Zustand des Stromnetzes. „Das führt dazu, dass Fehler in einem immer kleineren Netzbereich schneller gefunden und behoben werden. Damit soll stärker verhindert werden, dass sich Störungen auf andere Teile des Stromnetzes negativ auswirken.“ Eine vorbeugende Wartung und Erneuerung des Stromnetzes sei allerdings bei den im Boden verlegten Kabeln nicht möglich, betont er.

Die Haushalte

Wie viele Haushalte von der Störung betroffen waren lasse sich nicht genau sagen, so der EWF-Sprecher. Auch seien die Stromausfälle in den betroffenen Ortsteilen ganz unterschiedlich lang ausgefallen. „Am längsten dauerte es in Rothhelmshausen und nicht so lange in der Kernstadt“, sagt er.

Das Stromnetz

Ob es das nun war mit den Stromausfällen in Fritzlar und Umgebung, könne man aber nicht sagen, so Voigt. Die EWF könne nicht vorhersagen, ob an einer Stelle des mehr als 5000 Kilometer langen Stromnetzes ein Fehler auftritt. Denn es gebe neben den genannten Ursachen weitere Dinge, die für eine Störung der Stromversorgung sorgen könnten.

„Unwetter, ungünstige Witterungsverhältnisse oder Beschädigungen von außen, beispielsweise bei Baggerarbeiten“, so Voigt. »

Wie man für einen Stromausfall vorsorgt

Heutzutage sind wir in nahezu allen Bereichen des Alltags auf Strom angewiesen. Oft wird uns das aber erst während eines Stromausfalls bewusst. Die Angst vor einem Stromausfall veranlasst viele Menschen, Blackout-Vorbereitungen zu treffen und einen Notvorrat anzulegen. Tatsächlich ist es empfehlenswert, für einen Stromausfall gerüstet zu sein.

Fünf Dinge sollte jeder zu Hause haben:

Um einen Stromausfall nicht nur sicher, sondern auch einigermaßen angenehm zu überstehen, sollte man mit warmer Kleidung, Decken und Nahrungsvorräten (inklusive Wasser) ausgestattet sein.

Auch etwas Bargeld sollte man bei einem Blackout stets zu Hause haben, denn ohne Strom können auch Bankautomaten und Bezahlsysteme für die EC-Karte nicht mehr funktionieren.

Grundsätzlich gilt aber: Flächendeckende, lang andauernde Stromausfälle mit katastrophalen Folgen hält die Bundesnetzagentur für sehr unwahrscheinlich. Auch stundenweise krisenhafte Situationen im Stromsystem sind nach Einschätzung der Bundesnetzagentur in diesem Winter sehr unwahrscheinlich, diese könnten aber nie vollständig ausgeschlossen werden. (Maja Yüce und Daniel Seeger)

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