Unternehmen verteilt Knöllchen

Kampf gegen Dauerparker: Verschärfte Kontrollen am Domstadtcenter in Fritzlar

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Ein alltägliches Bild: Der Parkplatz vor dem Fritzlarer Domstadtcenter ist oft proppevoll. Doch nicht nur Kunden stellen ihr Auto dort ab. Der Parkplatz soll auch bei Dauerparkern beliebt sein. Daher wird dort ab Samstag verstärkt kontrolliert.

Fritzlar. Für viele Autofahrer klingt es wie ein schlechter Aprilscherz. Doch es ist den Einzelhändlern des Domstadtcenters ernst: Ab Samstag, 1. April, gelten auf dem Parkplatz in Fritzlar verschärfte Bedingungen.

Dann übernimmt die Firma Fair Parken die Überwachung.

Wer seinen Wagen länger als die erlaubten zwei Stunden vor dem Domstadtcenter parkt, muss mit deutlich empfindsameren Strafen rechnen als bisher. Das erklärt Patrick Schmidt-Dold. Er ist Geschäftsführender Gesellschafter der Grundstücksgesellschaft Schmidt-Dold aus Göttingen, zu dem das Domstadtcenter gehört.

Die Ausgangslage

Im Jahr 2003 wurde das Einkaufscenter mit 289 Parkplätzen errichtet. „Im Laufe der vergangenen drei, vier Jahre Jahre hat sich die Parkplatzsituation deutlich verschlechtert“, sagt Schmidt-Dold. Längst würden nicht mehr nur Kunden von Aldi, Edeka und Co. dort parken. Viele Stellflächen würden inzwischen von Dauerparkern belegt.

Darunter seien laut Schmidt-Dold etwa Besucher und Angestellte des gegenüber liegenden Hospitals zum Heiligen Geist, des benachbarten Ärztehauses sowie der umliegenden Unternehmen und Arbeitgeber. Wenn Dauerparker die Parkplätze blockierten, würden die Kunden des Einkaufszentrums darunter leiden. „Das bereitet uns Sorge. Wir haben uns überlegt, was wir machen“, erklärt Schmidt-Dold.

Die bisherigen Kontrollen

Bislang hat das Ordnungsamt der Stadt Fritzlar den Parkplatz kontrolliert. Es galt eine Parkscheibenpflicht. Das Auto durfte für zwei Stunden abgestellt werden. Wer die Parkzeit überschritten, oder erst gar keine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe gelegt hatte, kassierte ein „Knöllchen“. Je nach Überschreitung der Parkzeit waren dann zwischen zehn und 20 Euro fällig. Die Einnahmen sind in die Fritzlarer Stadtkasse geflossen. „Damit haben wir die Situation aber nicht in den Griff bekommen“, sagt Schmidt-Dold.

Die künftigen Kontrollen

Ab Samstag, 1. April, übernimmt die Firma Fair Parken die Kontrolle vor dem Domstadtcenter. Die Parkzeit soll weiterhin zwei Stunden betragen. Aber es soll engmaschiger und strenger kontrolliert werden. Wie hoch die Bußgelder ab Samstag ausfallen, konnte Schmidt-Dold auf Anfrage nicht sagen. Fest stehe nur, dass es für Parksünder teurer werde als bisher.

Darüber hinaus setzt Schmidt-Dold auf Information. In den ersten Wochen nach der Umstellung würden die Mitarbeiter von Fair Parken die Kunden des Einkaufscenters gezielt ansprechen. Zudem würden Hinweisschilder aufgestellt.

Elke Schäfer-Dietrich spricht von den Dauerparkern als „echtes Problem“, unter dem alle Geschäfte des Domstadtcenters leiden würden. Die Inhaberin des Edeka-Marktes hofft, dass die Autofahrer die Kontrollen ernst nehmen – und nicht für einen Aprilscherz halten.

Das sagt das Hospital:

„Für die Besucher und Mitarbeiter des Krankenhauses standen in der Vergangenheit und stehen auch in Zukunft hauseigene und ausreichend öffentliche Parkplätze zur Verfügung“, teilt das Hospital zum Heiligen Geist auf Nachfrage mit. Diese Parkmöglichkeiten seien kostenlos und kostenpflichtig. Für das Hospital ändere sich daher mit der Neuregelung nichts.

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