Siebert (CDU) zeigt sich verärgert

Untersuchung nach Vorfall: Kampfhubschrauber fliegen ohne Waffensysteme

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Diskussion um die Hubschrauber: Momentan sind maximal zehn Tiger einsatzbereit. Unser Foto entstand bei einem Appell in der Kaserne. Archivfoto: Zirzow

Fritzlar. Die Bundeswehr-Kampfhubschrauber Tiger fliegen zurzeit nur ohne Waffensysteme. Hintergrund ist ein Vorfall, bei dem ein Tiger über dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr einen Waffenträger mit Panzerabwehrraketen verloren hatte. 24 Tiger sind zurzeit in Fritzlar stationiert.

Das Nachrichtenmagazin Spiegel hatte darüber berichtet. Aus gut informierten Kreisen wurde der HNA der Vorfall bestätigt. Nun werde „mit Hochdruck“ nach der Ursache gesucht. Bis der Fehler gefunden ist, fliegen die Hubschrauber im Trainingsbetrieb ohne das System. Die Sicherheitsstandards seien sehr hoch, hieß es.

Hintergrund

Vier der Kampfhubschrauber Tiger sind vor kurzem aus dem Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt, sie waren in Masar-i-Sharif eingesetzt. Dort wurden sie in einer speziellen Konfiguration für das Land verwendet, sie trägt die Abkürzung Asgard (Afghanistan Stabilization German Army Rapid Deployment), unter anderem mit einem speziellen Sandfilter. Dabei waren jeweils zwei Hubschrauber immer einsatzbereit, die anderen beiden Maschinen dienten dazu, um von diesen im Bedarfsfall Teile zu verwenden. Nun werden die vier Kampfhubschrauber komplett auseinandergenommen. Daraus entstehen dann wiederum vier neuwertige Hubschrauber.

Doch das ist nicht das einzige Problem. Der Spiegel hatte auch berichtet, dass die Einsatzbereitschaft bei fast allen Fluggeräten nur eingeschränkt gegeben sei. Der Bundestagsabgeordnete Bernd Siebert (CDU) aus Gudensberg zeigte sich darüber verärgert, dass die Abgeordneten darüber nicht früher informiert worden seien.

Die Zustände müssten jetzt abgestellt werden, forderte er. Es müsse auch geprüft werden, wer im Verteidigungsministerium welche Informationen möglicherweise nicht weitergegeben habe. Es sei zudem „inakzeptabel“, dass der Verteidigungsetat, wie Medien berichteten, nicht ausgeschöpft wurde. Laut Spiegel sind zurzeit nur zehn Tiger einsatzbereit. Auch diese Information wurde der HNA bestätigt.

Es sei beispielsweise grundsätzlich nicht jedes Ersatzteil am Standort vorrätig, einige Teile müssen jeweils beim Hersteller angefordert werden. In einigen Fällen gebe es dabei Lieferprobleme.

Der Abgeordnete Bernd Siebert, Mitglied des Verteidigungsausschusses, ärgert sich besonders darüber, dass „wir unseren vertraglichen Pflichten gegenüber der Nato nicht nachkommen können“. Das könne er nicht nachvollziehen, sagte er.

Von Olaf Dellit

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