Kein Wohnmobilist bleibt in der Kreisstadt

Homberg vergibt Chancen auf mehr Gäste

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Sie möchten mehr Wohnmobilisten nach Homberg holen: Mitglieder des Womo-Stammtischs mit von links Ursula Thöne, Norbert Metzler, Hajo Rübsam, Klaus Günther, Rolf Lambrecht, Karl-Wilhelm Dörfler und Wolfgang Thöne.

Fritzlar/Homberg. Der Stellplatz für Wohnmobile in Homberg war bisher kostenlos, liegt aber weit außerhalb und direkt an der B 323 hinter einer Betonwand. „Wenig empfehlenswert", lautete Ende 2015 die Beurteilung in einer Fachzeitschrift.

Grund genug für einige Homberger Wohnmobilisten, auf diesen Mangel öffentlich hinzuweisen. „Es wird eine große Chance vertan“, ist sich Klaus Günther sicher. Und Hajo Rübsam berichtet: „Auf dem neuen Stellplatz in der Fritzlarer Ederau waren schon 400 Gäste, obwohl er erst vor wenigen Monaten geöffnet wurde.“ Diese Gäste seien durchaus ein Wirtschaftsfaktor, betont er.

Denn laut Statistik gibt ein Paar, das in einem Städtchen wie Fritzlar, Melsungen oder Homberg mit seinem Wohnmobil Station macht, im Durchschnitt 100 Euro pro Tag aus. Die Wohnmobilisten, von denen es Jahr für Jahr mehr gibt, lieben individuelles Reisen und gehören in der Regel zu den Menschen, die gerne Geld ausgeben.

Investitionen in eine gute Infrastruktur für die Womo-Fahrer seien für Kommunen deshalb sehr sinnvoll, sagen die Mitglieder des Homberger Womo-Stammtisches, den es seit einigen Monaten gibt. Und sie sind traurig, dass ihre schöne Heimatstadt mit dem offiziellen Stellplatz im Holzhäuser Feld so ein unattraktives Aushängeschild hat.

Als Homberger schäme man sich für den hiesigen Platz, meint Norbert Metzler. Nachfragen bei Wohnmobilisten, die dort standen, seien ernüchternd gewesen: zu laut, zu weit weg. Und schlechte Bewertungen über Stellplätze sprechen sich unter Wohnmobilisten schnell herum. Inzwischen gibt es sogar eine Stellplatz-App fürs Handy.

„Unsere Stadt ist attraktiv, aber wir machen zu wenig draus“, bedauern die Womo-Fahrer. Deshalb möchten sie Denkanstöße geben und hoffen auf mehr Unterstützung.

440.000 Wohnmobile in Deutschland

In Europa sind etwa 1,4 Millionen Reisemobile unterwegs, von denen inzwischen über 440.000 allein in Deutschland zugelassen sind. Damit seien Reisen mit dem Wohnmobil bundesweit ein wichtiger touristischer Faktor. Das schreibt der Deutsche Tourismusverband (DTV) auf seiner Homepage. Weit über 3000 Stellplätze werden deutschlandweit inzwischen angeboten, häufig auch in der Nähe von Hotels und Bauernhöfen. Auch im Kreis wissen das viele Kommunen und haben ihr Angebot verbessert, etwa in Fritzlar mit einem zweiten Stellplatz und in Neukirchen/Knüll mit einem Premium-Platz im Urbachtal. Attraktiv ist auch der Stellplatz in Frielendorf am Silbersee.

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