Global Care finanziert Räume

Fritzlarer Kinderhilfswerk unterstützt Schulbau in Flüchtlingscamp in Uganda

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Wieder Kind sein: Im FLüchtlingslager Palorinya leben viele alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern.

Seit der Südsudan vor acht Jahren zur jüngsten Nation der Welt wurde, hat das Land mehr Krieg als Frieden erlebt. In Uganda wollen sie ein neues Leben beginnen. Im Flüchtlingslager Palorinya bei Moyo erhalten sie dafür ein Stück Land.

Sie flüchten vor Hunger, Gewalt und Krieg. Sie suchen Schutz, hoffen auf Bildung und Arbeit: Im Palorinya Base Camp, einem Flüchtlingslager nahe der Stadt Moyo in Uganda, leben etwa 150 000 Menschen. Nicht alle von ihnen sind geflüchtet, auch Ugander besitzen dort ein Stück Land – und gehen im Camp zur Schule. Die Ressourcen werden friedlich miteinander geteilt. Das Kinderhilfswerk Stiftung Global Care hat dort mit seinen Projektpartnern eine Mittel- und Oberschule gebaut.

Es ist ruhig im Camp. Über holprige Straßen, die eher als schlechte Feldwege bezeichnet werden müssten, fährt hin und wieder jemand mit seinem Fahrrad, hier und da läuft ein Mensch zwischen den kleinen Lehmhütten umher. Um die Wasserpumpe tummeln sich ein paar Kinder, die mit einigen Frauen jede Menge Wasserkanister füllen.

So richtig lebendig wird es erst, als es in Richtung Schule geht. Eine Schule, in der erst seit wenigen Monaten unterrichtet wird und die sowohl Einheimischen als auch Flüchtlingen offen steht. Das Kinderhilfswerk Global Care hat den Schulbau unterstützt, finanziert außerdem die Mahlzeiten und den Betrieb der Schule für eine gewisse Zeit. Sobald der Schulbetrieb zertifiziert ist, erhalten die Schüler Unterstützung aus dem Camp und Global Care kann sich zurückziehen, erklärt Geschäftsführerin Beate Tohmé.

Herzlich und gastfreundlich: In der Schule sangen und tanzten die Schüler für die Besucher des Kinderhilfswerks Global Care aus Fritzlar.

Die Schule ist neu – für ugandische Verhältnisse sogar sehr modern. Es gibt Toilettengebäude für Schüler und Lehrer, eine Schulküche, Lehrer- und Klassenzimmer. Schlafräume für Jugendliche, die nicht im Camp leben, sind noch geplant. Computer oder gar Elektrizität gibt es trotzdem nicht.

Viele der Schüler haben eine posttraumatische Belastungsstörung, die Lehrer müssen vorsichtig mit ihnen umgehen. „Aber unser Vorteil ist, dass wir wissen, wie es ihnen geht, weil wir selbst geflüchtet sind“, erzählt einer der neun Lehrer. Ihr Ziel ist es, den Jugendlichen Frieden zu vermitteln. Und eine gute Schulbildung. „Die ist der Schlüssel für den Frieden im Südsudan“, glaubt der Camp-Verantwortliche Bashir Mawa. Er ist für Schutz und Sicherheit in Palorinya zuständig. Trotzdem sind die Schulen im Flüchtlingslager überfüllt, es mangelt an weiterführender Bildung.

„Es ist nicht toll in einem solchen Camp zu leben. Nutzt eure Chance und geht zur Schule. Es ermöglicht euch ein besseres Leben“, sagt Sunday. Der Südsudanese weiß, wovon er spricht. Er musste aus seiner Heimat flüchten und sich mühsam ein neues Leben aufbauen.

Das ist es in Palorinya: mühsam. Auch wenn das Camp anders aussieht als manch anderes Lager. Es gibt keine Zelte, die Menschen leben in Lehmhütten, bauen Lebensmittel an. Jede Familie erhält ein Stück Land von der Regierung. Die Vereinten Nationen (UN) steuern eine Erstausstattung für den Hausbau bei. Oftmals sind das nur Seile, eine Hacke und eine Plane, sagt Gina Roßberg vom Kinderhilfswerk. „Aber man braucht mehr als nur Land.“

Einfache Behausung: Im Lager leben die Menschen meist in Lehmhütten, die aus einem Raum bestehen, für die Tiere existiert oft ein kleiner Stall, die Toilette besteht häufig nur aus einem Loch im Boden.

Durch den Anbau von Obst und Gemüse sowie deren Verkauf versuchen die Camp-Bewohner ihren Alltag zu strukturieren.

Denn: Wer nicht zur Schule geht oder eine Arbeit hat, hat viel Zeit. Das sei ein großes Problem, sagt Bashir Mawa. Familien müssen durch offizielle Lebensmittelverteilungen unterstützt werden. „Der individuelle Anbau von Lebensmitteln reicht nicht zur Versorgung der Familien aus.“

Flüchtlingscamp Palorinya 2016 eröffnet

Das Flüchtlingslager Palorinya liegt nur etwa zehn Kilometer von der Grenze zum Südsudan entfernt. Es wurde 2016 eröffnet und nahe der Stadt Moyo in Uganda errichtet. Im Camp leben etwa 150 000 Menschen – auf einer Fläche von mehr als 37 Quadratkilometern. Das Kinderhilfswerk Global Care wurde von den Lager-Chefs für den Schulbau einer Secondary School, also einer weiterführenden Schule, angefragt. Davon gibt es im gesamten Lager nur zwei. Global Care unterstützt das Camp seit Juni 2018.

Kinderhilfswerk Global Care auf Spenden angewiesen

Das Fritzlarer Kinderhilfswerk Global Care ist auf Spenden angewiesen, um die Entwicklungszusammenarbeit auf der ganzen Welt zu unterstützen. Spenden werden auf folgendem Konto entgegengenommen: KSK Schwalm-Eder, IBAN: DE16 5205 2154 0120 0001 20, BIC: HELADEF1MEG

Mehr Infos auf der Homepage des Kinderhilfswerks.

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