Gemeinde sammelte Geld

Kirche erstrahlt in neuem Glanz: Historisches Gebäude in Cappel wurde saniert

Freuen sich über die gelungene Sanierung ihrer Kirche in Cappel: Pfarrer Bernt Loose und die Kirchenvorsteherinnen Ursula Fülling und Claudia Kuyken im Altarraum.
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Freuen sich über die gelungene Sanierung ihrer Kirche in Cappel: Pfarrer Bernt Loose und die Kirchenvorsteherinnen Ursula Fülling und Claudia Kuyken im Altarraum.

Die 233 Christen der evangelischen Kirchengemeinde Cappel freuen sich über ihre neue Kirche. Nach Abschluss umfangreicher Sanierungsarbeiten im Inneren haben sie ihr Gotteshaus mit einem Festgottesdienst mit Dekanin Sabine Tümmler wieder eingeweiht.

„Die Restauratoren haben gute Arbeit geleistet“, lobt Pfarrer Bernt Loose. „Es ist wunderhübsch geworden“, sagt er. Und die Kirchenvorsteherin Ursula Fülling ergänzt: „Durch die freundlichen, hellen und bunten Farben ist unsere Kirche sehr warm und einladend geworden.“

Aus dem kalten Weiß sei ein freundliches, warmes Weiß geworden, sagt Kirchenvorstandsmitglied Claudia Kuyken: „Unsere Kirche strahlt in neuem Glanz.“ Die neugotische Saalkirche wurde 1894 nach einem Entwurf von Regierungsbaumeister Gustav Schönermark aus Sandsteinen erbaut. Sie ist Ersatz für eine Fachwerkkirche, die 1669 erbaut worden war. Sie war baufällig, heißt es.

Von der alten Kirche ist nur noch der Taufstein vorhanden, der heute als Fuß des Altars dient. Zur Einweihung der neuen Kirche – so Pfarrer Loose – hat die Gemeinde eine von Kaiserin Viktoria gewidmete Bibel bekommen.

Das Gotteshaus ist schon seit den 1990er-Jahren ein Fall für Bausanierer und Denkmalpfleger. Bereits 1991 wurden umfangreiche Innenrenovierungen vorgenommen, erläutert der Pfarrer. 2004 musste die Turmhaube erneuert werden – und zwar aus der Not heraus. Nach einem Sturmschaden 2009 waren aus statischen Gründen Ausbesserungen am Dachstuhl erforderlich, eine weitere Bauarbeit, die aus der Not heraus entstanden ist. 2010 wurden die Sandsteinmauern außen saniert.

Im Laufe der Jahre hatten sich im gesamten Kirchenschiff Risse gebildet, die nach den Worten des Pfarrers fortwährend ausrieselten. Er sieht auch hier eine Folge des Klimawandels. Die Kirche habe nicht die Fundamente, die sie haben müsste. Weil sich durch die Trockenheit der Erdboden an und unter der Kirche veränderte, bildeten sich die Risse. Die Innensanierung konnte von der Landeskirche schließlich genehmigt werden, weil nach Angaben Looses die Erträge der sogenannten Baulast-Ablösung ausreichten und in den Jahren zuvor die Gemeinde schon rund 9000 Euro gesammelt hatte. Weitere 3470 Euro wurden während der Sanierung durch das freiwillige Kirchgeld gespendet.

Nach Ostern begannen die Arbeiten. Die Bänke wurden ausgelagert. Das Team von Restaurator Piotr Slupcznski reinigte die Wände und öffnete alle Risse soweit, dass sie ordentlich ausgefüllt und mit einem eingearbeiteten Spezialnetz verstärkt werden konnten. „Damit soll eine erneute Rissbildung vermieden werden“, erläutert Pfarrer Loose. Die neue Kalkfarbe strahle einen warmen Ton aus. Vorher seien die Wände verschmutzt und grau gewesen.

Die Holzwand hinter der Orgel wurde von ihrem weißen Anstrich befreit und überholt, die Struktur des Holzes bleibe sichtbar, erläutert Loose. Dank eines Zuschusses aus dem Energiespar-Fond des Kirchenkreises habe die Heizung mit zugehöriger Elektrik erneuert werden können. Sie sei nun energiesparender. Die Orgel wurde von der Wand abgerückt und gereinigt. Jetzt kann kein Schimmel mehr entstehen.

Während der Bauarbeiten feierten die Christen ihre Gottesdienste im Dorfgemeinschaftshaus, oder im Freien beim Dorfbrunnen, aber auch unter dem Carport der Familie Kuyken. Der Wunsch des Pfarrers: „Wir hoffen, dass die Cappeler ihrer Kirche weiter die Treue halten und sie gerne die gottesdienstlichen Angebote nutzen.“ (Manfred Schaake)

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