Neue Beschlüsse Land Hessen

Kirche wird zu Ostern Angebote machen

Leere Kirchenbänke: Gottesdienste dürfen Ostern nur virtuell stattfinden. Die Kirchen, wie hier in Niedenstein, bleiben verwaist.
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Leere Kirchenbänke: Gottesdienste dürfen Ostern nur virtuell stattfinden. Die Kirchen, wie hier in Niedenstein, bleiben verwaist.

Der Lockdown wird bis zum 18. April verlängert, für die Zeit in der Osterwoche gelten besonders strenge Regeln. Die Kirchen im Kreisteil werden wohl zum zweiten Mal in Folge leer sein.

Die neuen Corona-Beschlüsse haben jegliche Hoffnungen auf Lockerungen zunichte gemacht. Der Lockdown wird bis zum 18. April verlängert, für die Zeit in der Osterwoche (1. bis 5. April) gelten besonders strenge Regeln, die das gesellschaftliche Leben noch stärker auf ein Minimum reduzieren sollen. Der Gründonnerstag und der Ostersamstag werden dazu einmalig als Ruhetage definiert. Auf Präsenzgottesdienste soll verzichtet werden.

Fritzlar-Homberg – Ein harter Lockdown zu Ostern: Nach der Bund-Länder-Konferenz sieht es für gemeinsame Präsenz-Gottesdienste unter Einhalten der Coronaregeln düster aus. Während im vergangenen Jahr das Osterfest immerhin noch mit kleinen Konzerten und Andachten vor den Kirchen und mit großem Abstand gefeiert werden konnte, heißt es in diesem Jahr: Gottesdienste sollen nur virtuell stattfinden.

So lautet die Empfehlung der Bund-Länder-Konferenz. Für die Kirchen deutet aber alles darauf hin, dass sie an den Osterfeiertagen überwiegend Online-Formate anbieten müssen. Im Kreisteil Fritzlar-Homberg bedauern die Kirchengemeinden, dass sie die Osterbotschaft nicht in den Kirchen direkt verkünden dürfen.

Osterbotschaft darf nicht in den Kirchen direkt verkündet werden

Ihre Planungen müssen sie dafür aber immerhin nicht komplett über den Haufen werfen. „Wir haben ohnehin nur vorsichtig geplant“, sagt Pfarrerin Sabine Koch aus Hebel zu den Aktionen der Kirchengemeinden. Eine Open-Air-Andacht in Hebel etwa müsse wohl ausfallen.

Dafür gibt es einiges, das nach jetzigem Stand trotzdem geht. In Niedenstein etwa wird ein Osterweg eröffnet, der mit und ohne Smartphone gegangen werden kann. Dabei werde die Geschichte Jesu vom Einzug in Jerusalem bis Pfingsten erlebbar und mit Stationen in und um Niedenstein verbunden.

Es geht vom Rathaus über die Kirche hoch zum Hessenturm. In Hebel bietet die Kirche einen Videogottesdienst – die Markuspassion wird an sieben Stationen an der frischen Luft gelesen. In Berge ist laut Pfarrerin Koch sogar ein kleines Osterfeuer vor der Kirche geplant.

Kirche an Ostern 2021: Kai Scheffler, Kaplan Fritzlarer Dom

Mit großer Vorfreude hatte Kaplan Kai Scheffler auf die Ostertage im Fritzlarer Dom geblickt. Präsenz-Gottesdienste – inklusive der geltenden Coronaregeln – waren geplant, um den Menschen persönlich die Osterbotschaft mitgeben zu können. Nun ist alles unsicher. Noch gelte es zwar, die Regelungen seitens der Landesregierung und des Bistums abzuwarten. Schon jetzt deutet jedoch alles daraufhin, dass die Kirchen in der Hauptsache Online-Formate anbieten müssen.

„Das erzeugt wieder eine große Unsicherheit“, sagt Scheffler. Er könne die Vorsicht verstehen, unterstütze die geltenden Regeln. „Aber für viele Gemeindemitglieder sind die Online-Formate eben keine Alternative.“ Auf Prozessionen über die Osterfeiertage beispielsweise habe man ohnehin verzichten wollen. Doch Gottesdienst mit Abstand und Maske – damit hätte Scheffler gerechnet. Die „Hoffnung auf den Auferstandenen“ könne man online nicht so gut vermitteln wie persönlich.

„Die Menschen können nicht mehr“, mahnt er. Damit meine er nicht nur Alleinstehende, sondern auch Familien. Es vergehe kein Tag, an dem Scheffler kein Telefonat mit einem besorgten Gemeindemitglied führe, das durch die Coronakrise belastet sei. Trotzdem heißt es nun: Abwarten. Und Hoffen. „Das ist die Botschaft an Ostern.“

Kirche an Ostern 2021: Sabine Tümmler, Dekanin Evangelisches Dekanat Fritzlar-Homberg

Es sei eine überraschende Bitte, die an die Kirchen herangetragen werde. Bisher hätten sich alle Hygieneregeln der Kirchen bewährt, heißt es vom Kirchenkreis Schwalm-Eder. Man höre die Bitte mit Verständnis, die Kirchenleitungen seien im Gespräch mit den Verantwortlichen.

Schon 2020 sind die Gottesdienste zu Ostern abgesagt worden. Damals sei die Entscheidung richtig gewesen, so der Kirchenkreis, weil niemand auf ein solches Szenario vorbereitet war. „Die Gefahren waren damals für uns nicht zu übersehen. Heute sind wir da sehr viel weiter.“

„Es wird zu Ostern virtuelle Angebote geben“, stellt die Kirche klar. Pfarrer und Kirchenvorstände, Ehrenamtliche und Hauptamtliche seien „kreativ und innovativ“ gewesen, sagt Sabine Tümmler, Dekanin für den Kreisteil Fritzlar-Homberg. „Auch für das Osterfest haben wir gemischt geplant und sind auf Virtuelles vorbereitet.“

Neben Ostergrüßen, die analog in die Haushalte gelangen sollen, wird es etwa auch Abendmahlsgottesdienste via Zoom geben. Außerdem tüfteln die Kirchengemeinden an Kreuzwegen, die coronakonform alleine oder mit der Familie abgelaufen werden können.

Der Passionsweg in Homberg etwa steht bereits und kann begangen werden. So könnten alle Auflagen zum Schutz vor Corona beachtet werden.

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