Klagen gegen Schulnoten nehmen zu: Lehrer informieren sich über Konfliktvermeidung

Schwalm-Eder. Wie bewertet man die Leistung von Schülern im Unterricht? Um diese Frage ging es jetzt bei einem Vortrag im Studienseminar Fritzlar.

„Einsprüche und Klagen von Eltern haben in den vergangenen Jahren enorm zugenommen“, so Referent Stefan Wesselmann, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung Hessen.

Unter den 45 Zuhörern waren Lehrer von Grundschulen und weiterführenden Schulen sowie Schulleiter. An Beispielen aus der Praxis zeigte sich der Konflikt der Lehrer zwischen dem, was juristisch abgesichert sein muss und dem, was pädagogisch sinnvoll erscheint.

Die Gesamtkonferenz beschließt über Kriterien zur Beurteilung von Schülern, die dann für die Lehrer bindend sind. Eltern und Schüler müssen über diese Kriterien zu Beginn eines Schuljahres informiert werden, ebenso sollen die Noten den Schülern vor den Zeugniskonferenzen begründet werden.

Der Referent wies darauf hin, dass Lehrer den Eltern das Zeugnis am Ende der 1. Klasse mündlich erläutern sollten. Sein Rat: „Die Bewertung mündlicher Schülerleistungen sollte man im Notenbuch festhalten, damit diese als Beweisgrundlage dienen können“. Auch wenn die Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen viel Zeit in Anspruch nehme, sorge sie doch für mehr Professionalität. Wenn vorher klar sei, was wie bewertet werde, könnten viele Einsprüche im Vorfeld vermieden werden. (red)

Rubriklistenbild: © dpa

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