1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Fritzlar

Klimawandel: 2022 im Kreis schon jetzt ein Wetter-Rekordjahr

Erstellt:

Von: Maja Yüce

Kommentare

Unser Bild zeigt einen Herbstmorgen zwischen Gudensberg und Edermünde.
Manch einer freute sich über den goldenen Oktober, doch die Temperaturen waren ungewöhnlich hoch. Unser Bild zeigt einen Herbstmorgen zwischen Gudensberg und Edermünde. © Daniel Seeger

Das Jahr 2022 ist noch nicht vorbei, doch steht schon jetzt fest, dass es im Schwalm-Eder-Kreis ein Rekordjahr sein wird.

Schwalm-Eder – „Es wird so warm wie kein Jahr zuvor seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Landkreis“, sagt Diplom-Meteorologe Günter Fickenscher. „Sollte es im November und Dezember nicht extrem kalt werden, wofür es derzeit keine Anzeichen gibt, ist 2022 das wärmste Jahr, das wir je hatten“, sagt der Fritzlarer. Dabei blickt er auf Wetterdaten aus 70 Jahren zurück.

Dass bei der Welt-Klimakonferenz in Ägypten ab Sonntag die Klimaziele nachgebessert werden sollen, sei dringend nötig, sagt er. Denn anders als 2015 im Pariser Klimaabkommen vereinbart, sei die Erderwärmung nicht reduziert worden. Die Frage, ob es einen Klimawandel gebe, müsse sich niemand mehr stellen, betont Fickenscher.

Wetterextreme häufen ich im Schwalm-Eder-Kreis

„Die Erwärmung nimmt zu, sie geht steil nach oben.“ 2022 werde die Jahresmitteltemperatur im Landkreis bei etwa 11 bis 11,5 Grad liegen. Bis auf April seien alle Monate zu warm gewesen. „In den 50er- und 60er-Jahren lag das Mittel bei 8 bis 10 Grad“, erläutert er. Die Auswirkungen des Wandels machten sich auch im Landkreis deutlich bemerkbar: trockene Felder, Wassermangel. Bedenklich sei, dass es im Sommer kaum mehr einen Wechsel von Sonne auf Regen gebe. „Früher folgten auf ein paar sonnige Tage auch Regentage. Das gab es in den vergangenen Jahren seltener.“

Stattdessen häuften sich die Wetterextreme. Temperaturen zwischen 29 und 31 Grad seien im Landkreis schon die Regel. 2022 lag der Höchstwert am 20. Juli bei 39,5 Grad in Fritzlar. Und: Im August gab es 13 Tage, an denen das Thermometer über die 30-Grad-Marke kletterte. „Wenn das so weiter geht, könnten um die 40 Grad zur Regel werden.“

Es sei fünf nach 12. Man müsse dringend handeln – für die nächsten Generationen. „Die Erde wird das alles überleben, sie hat schon andere Extremwerte erlebt, der Mensch nicht“, sagt er. Wenn Gletscher schmelzen, habe das mehr zur Folge, als dass es nur ein Fotomotiv weniger gebe. Die Auswirkungen seien weltweit spürbar – durch Wetterextreme und Völkerwanderungen.

Vortrag: Ein Blick auf den Klimawandel

Um lokale als auch um globale Auswirkungen des Klimawandels geht es im Vortrag von Diplom-Meteorologe Günter Fickenscher am Dienstag, 8. November, um 19 Uhr im Veranstaltungsraum des Museums Hochzeitshaus in Fritzlar. Der Titel: „Unser Klima - ein Blick auf den Klimawandel“. Fickenscher studierte Meteorologie in München, er kam 1975 in den Schwalm-Eder-Kreis, als er Leiter der Flugwetterwarte der Heeresflieger in Fritzlar wurde. Dort wohnt er bis heute.

(Maja Yüce)

Auch interessant

Kommentare