Amadeus Guitar Duo in Fritzlar

Auftakt des Gitarrenfestivals: Konzentriert und brillant

Konzert im Hardehäuser Hof: Thomas Kirchhoff und Dale Kavanagh bilden das deutsch-kanadische Amadeus Guitar Duo. Es war jetzt in Fritzlar zu erleben. Foto: Auerbach

Fritzlar. Mit dem Konzert des international renommierten Amadeus Guitar Duos begann das 2. Gitarren-Festival der Region Edersee am Mittwochabend im Hardehäuser Hof in Fritzlar.

Das Duo sind Dale Kavanagh und Thomas Kirchhoff, deren Leidenschaft das meisterliche Gitarrenspiel ist und die seit 1991 das kanadisch-deutsche Duo bilden. Leicht und flink flogen die Finger der Gitarristen über Griffbrett und Saiten. Auf edlen Kenny-Hill- und Antonius-Müller-Konzertgitarren kredenzten sie die wunderbare Poesie des Gitarrenklangs: gezupfte Melodien in legato und staccato Tonfolgen, rasante Läufe, verzierende Triller, kraftvolle und subtile Akkorde, perlende Arpeggien, Glissandi und zarte Flageoletts.

Kunstvoll verwoben sie ihr Spiel, das sich durch Präzision, Harmonie und Klangschönheit auszeichnete. Dabei wechselten sie thematisch ausdrucksvoll hin und her zwischen den barocken Klanggemälden von Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach/Ferruccio Busoni und den Werken zeitgenössischer Komponisten aus Südeuropa und Südamerika.

Fanfare und Fandango

Mit den Sätzen Fanfare und Fandango der zehnteiligen „Madrigal Suite“, die der Spanier Joaquin Rodrigo im Jahr 1966 ursprünglich als Konzert für zwei Gitarren und Orchester komponierte, führte das Duo die Hörer in die Schönheit der spanischen Musik.

Georg Friedrich Händels Suite Nr. 7 in g-Moll, HWV 432 aus dem Jahr 1720 versetzte das Publikum in die Epoche des Spätbarocks. Die Musiker verströmten die Leuchtkraft der Händelschen Musik. Es folgte eine Kehrtwende in die Moderne und zu Jaime M. Zenamon aus Bolivien.

In seiner Komposition „Casablanca“ von 1995, einer musikalischen Erinnerung an den gleichnamigen Film mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann, brachte er die Geschichte, den Ort und einen Kuss zum Klingen. Kurze Striche über die Saiten im Wirbelkasten der Gitarren und der Einsatz von kleinen Handventilatoren, die mit den Rotoren über die Saiten streiften und wispernde Tremolotöne erzeugten, klangen an manchen Stellen bizarr. Eine kurze Passage hörte sich träumerisch und schön an.

Im zweiten Konzertteil spielte Dale Kavanagh als Solistin drei selbstkomponierte Charakterstücken und nahm die Hörer mit zu Gefühlen, Träumen und in die Natur.

Im Jahr 1720 schuf J. S. Bach mit der Partita II, BWV 1004 ein fünfsätziges Werk für Solovioline ohne Begleitung. Die berühmte „Chaconne in d-Moll“ bildet den Finalsatz, den Ulrich Stracke für die Gitarre transkribierte. In scheinbarer Leichtigkeit spielte das Duo das imposante Stück und lotete die Klangfülle der Instrumente voll aus. Wundervolle Gesanglichkeit und gehauchte Harmonie in der Dur-Variation konnten einem das Herz anrühren.

Von den Virtuosen hochkonzentriert und brillant dargeboten, hörten sich die Variationen des Stückes und die Dynamik der Barockmusik im Klangbild der Gitarre fantastisch an.

Entführung nach Venezuela

Zum Konzertabschluss entführten die Gitarristen nach Südamerika zu „Amasur“, einem Werk, das der venezolanische Komponisten Alfonso Montés (geboren 1955) eigens dem Duo widmete. Eine poetische Suite in der das Duo durch die Vielfalt südamerikanischer Melodien, Rhythmen und durch feurige Akkord-Kaskaden begeisterte.

Es war wahrlich ein grandioser Meisterabend in der herrlichen Klangsprache der Gitarre. SIEHE ARTIKEL RECHTS

Von Michael Auerbach

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