Kunst im Schaufenster

Kreative Frauen bieten coronakonforme Ausstellung in Fritzlar an

Haben sich gesucht und gefunden: Kirsti Brehme (links) und Elke Geide zeigen eine Auswahl ihrer Arbeiten in der Fritzlarer Marktplatz-Passage.
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Haben sich gesucht und gefunden: Kirsti Brehme (links) und Elke Geide zeigen eine Auswahl ihrer Arbeiten in der Fritzlarer Marktplatz-Passage.

Lange stand es leer, das kleine Ladenlokal in der Fritzlarer Marktplatz-Passage. Einst lebendiges Haushaltswarengeschäft auf zwei Etagen, ist der quirlige Alltag hier mit den Jahren einer nüchternen Tristesse gewichen, die sich wenig einladend hinter den großen Schaufenstern breit gemacht hat.

Fritzlar – Kirsti Brehme hat das schon länger gewurmt, denn „ein leerer Raum hat irgendwie immer eine negative Ausstrahlung, insbesondere an einem solch exponierten Ort“, so die gebürtige Finnin, die seit vielen Jahren in Fritzlar lebt und als Künstlerin im Atelier „Alte Wäscherei“ in Merxhausen arbeitet.

Dort hat sie auch Elke Geide kennengelernt, die die Wäscherei maßgeblich zu dem gemacht hat, was sie heute ist: ein Ort der Kunst und Begegnung, quasi das Gegenteil von dem, was der traurige Verkaufsraum in Fritzlar ist, oder besser gesagt war, denn die zwei Frauen haben ihn in den vergangenen Tagen mit ihrer Kunst zu neuem Leben erweckt.

Nun darf er wieder leben dank einer faszinierenden Melange aus Aquarellen und Keramiken, die so eindrucksvoll miteinander harmonieren wie es auch ihre Erschafferinnen tun, und das, obwohl sie sich als Kolleginnen gerade mal etwas mehr als ein Jahr kennen.

Arbeiten nicht ohne Grund ins Herz geschlossen

„Als Kirsti mit der Ausstellungsidee auf mich zukam, war es nicht viel mehr als ein Gucken und ein Griff, aus dem Fundus meiner Arbeiten habe ich sofort die genommen, die zu ihren Bildern passen“, freut sich Elke Geide, die Brehme und ihre Arbeiten nicht ohne Grund in ihr Herz geschlossen hat.

„Kirsti ist so wie ihre Bilder, sie ist sanft und so tief still, und dann hat sie in ihren Augen und ihrer Seele solch ein unbeschreibliches Glitzern, wie ich mir das vorstelle, wenn ich an einem nordischen See sitze, dessen Wasseroberfläche sanft leuchtet.“

Dinge, die Geide selbst nur zu gut kennt, auf eine andere, eigene Art vielleicht. Ihre Figuren seien von ihrer inneren Substanz her ähnlich, eine mit dem Titel „Die Lauschende“ etwa, die sich vor Brehmes Aquarell platziert regelrecht mit der Szenerie einer Seenlandschaft verschmilzt und den im Wind wiegenden Gräsern zuhört.

Etwas machen, an dem man sich erfreuen kann

Oder die „Wolkenfrau“, die entlang des Birkenwaldes wandelt und Geides im Raum verteilten Tierskulpturen förmlich dazu auffordert, es ihr gleich zu tun. „Wir haben hier Bilder, die sich zurücknehmen, aber trotzdem zeigen“, freut sich Elke Geide und scheint ihrer Freundin und Kollegin aus der Seele zu sprechen. „Als ich Elkes Skulpturen zum ersten Mal gesehen habe, habe ich geweint“, gesteht Brehme, die bis heute nicht verstehen kann, wie Hände eine solch besondere Atmosphäre erzeugen und Figuren erschaffen können, die „auf so faszinierende Art und Weise schön traurig sind“.

Mit Kirsti Brehme und Elke Geide scheinen sich Zwei gefunden zu haben, die zusammengehören, zumindest hier und jetzt für ihre gemeinsame Ausstellung in der Fritzlarer Marktplatz-Passage, mit der beide nur eines wollen: „Einfach etwas Schönes machen, an dem man sich erfreuen kann, fertig aus!“ (Sascha Hoffmann)

Die Schau ist jederzeit von außen durch die Schaufenster zu sehen und darüber hinaus, wie auch das Atelier „Alte Wäscherei“ in Merxhausen nach Vereinbarung unter Tel. 01 57/8 84 01 971 zu besichtigen.

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