Vier weitere Aufführungen

Sie zeigten große Kunst: Theatergruppe KultT feierte mit Bonjour! Premiere

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Übten den Auftritt vor Publikum: Im Stück „Bonjour!“ stellten die Schauspieler der KultT-Theatergruppe Laienschauspieler bei der Probe dar. 

Bonjour! - Könnten wir bitte beim Text bleiben? hieß es bei der Premiere der Theatergruppe KultT in der Kulturscheune in Fritzlar. 

Nur drei Requisiten finden sich auf der Bühne: Eine, anfänglich falsche, Fahne Frankreichs, eine Tür, die nach hinten aufgeht und ein Sofa, das hochhüpft, wenn sich der füllige Zahnarzt (Jürgen Mück) hineinplumpsen lässt – herrlich, wie er immer wieder nervt. Zu sehen war all das bei der ausverkauften Premiere des Stücks „Bonjour!“ in der Kulturscheune Fritzlar. Dabei zeigte die KultT-Theatergruppe Liebe auf Französisch, Untreue und private Verwirrungen.

Im Programmheft steht: Tatsächliche Regie Ulli Wandelt. Aber was heißt das schon. Es gibt ja noch Carla, die Regisseurin (Ute Valentin). Bei „Bonjour!“ spielen acht Personen 16 Rollen und da es in den Alltag der Laienspieler geht, könnten es vielleicht sogar 24 Mitwirkende sein. Zuschauer konnten die Arbeit einer Amateurtheatergruppe hautnah miterleben.

Sorgenvolle Blicke gelten Anna-Lena Platte. Wird sie in der Pause Alkohol trinken? Ist sie vielleicht doch schwanger? Beim Bier sitzen Rolf Platte und Gerhard Schmidt zusammen in einem Winkel vor der Bühne. Die zwei chaotischen Kulissenbauer kichern wie die Greise aus der Sesamstraße. Spontanen Applaus bekommt „Mutter“ Hannelore Döring für ihre Auftritte. 

Das näherte sich schon der berühmten „Mutter der Nation“ Inge Meisel. Trotz Irrungen und Wirrungen wurde klar: Hier übt eine Laiengruppe das Auftreten einer Laiengruppe vor großem Publikum. KultT probt seit März dieses „Könnten wir bitte beim Text bleiben“, wie der Untertitel des Stücks lautet. Wirklich große Kunst ist, was hier gelang, – nämlich Laien als Laien darzustellen. Und darüber hinaus die dritte Ebene des privaten Alltages auf die Bretter zu bringen.

Die Mühen lassen sich nur erahnen, da alle auch beruflich eingespannt sind. Sie sind Psychotherapeutin, Bankkaufmann und Lehrerin, um nur einige zu nennen. Heike Huber-Templin schminkte in der Pause offen auf der Bühne die Darstellerinnen, während Techniker Ingo (Daniel Platte) seine Stimme ölte. Als Türklingel hatte er von ganz hinten mehrfach „Ding-Dong“ zu rufen.

Wer für zwei Stunden den Weihnachtsstress vergessen will, sollte sich das Stück ansehen. Garantiert wird hier die Seele mit lang anhaltendem Gelächter massiert werden.

Die Aufführungen in der Kulturscheune 

Die weiteren Aufführungen der Gruppe in der Kulturscheune sind: Freitag und Samstag, 23. und 24. November, Freitag, 30. November und Samstag, 1. Dezember. Einlass ist jeweils um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Der Eintritt kostet zwölf Euro. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich bei der Tourist-Info Fritzlar, Zwischen den Krämen 5, oder online unter

www.kulturscheune-fritzlar.de

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