Interview über Coronafolgen und Ideen

Kulturschoppen in der Scheune: Kulturscheune in Fritzlar verkauft Wein und Bier

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Stühle muss er derzeit keine aufstellen: Thomas Abram vom Team der Kulturscheune Fritzlar. Dabei gab es bis vor einigen Monaten dort kaum freie Termine. Bis Ende 2020 war die Kulturscheune ausgebucht.

Die Kulturscheune in Fritzlar bleibt trotz der Corona-Lockerungen weiterhin geschlossen. Fans können das Team trotzdem unterstützen - und Bier und Wein für zu Hause kaufen.

Klickt man auf der Internetseite der Kulturscheune Fritzlar auf den Menüpunkt „Tickets“, landet man schnell bei dem Satz „Weg in die wunderbare weite Welt der Kulturscheune“. Doch sehr weit führt dieser Weg nicht – nicht mehr. Denn in der Coronakrise finden auch in der Kulturscheune keine Veranstaltungen statt. Und das wird, trotz der immer weitergehenden Lockerungen der Hygiene- und Abstandsregeln, wohl noch einige Monate so bleiben. Ein Gespräch mit Thomas Abram vom Vorstand der Kulturscheune über die Folgen der Coronakrise und neue Ideen.

Warum gibt es in der Kulturscheune trotz der Corona-Lockerungen keine Veranstaltungen?

Eines vorweg: Sobald es wieder möglich ist, werden wir unser Haus wieder öffnen und wir freuen uns auf diesen Tag. Aber unter den aktuellen Bedingungen könnten wir 14 bis 15 Gäste reinlassen. Das könnten wir nur so realisieren: Jeder Gast zahlt den siebenfachen Eintritt. Im Schnitt wären das dann 110 Euro. Wir müssten pro Glas Wein 24 Euro nehmen. Das wäre doch grober Unfug.

Also liegt es daran, dass die Rechnung unterm Strich nicht aufgeht?

Nein, nicht nur. Ich gehe derzeit davon aus, dass wir selbst bei weiteren Lockerungen frühestens im März 2021 wieder langsam starten werden. Denn uns ist auch die Gesundheit unserer Besucher wichtig und die sind im Schnitt über 50 Jahre alt. Ihre Gesundheit geht vor. Schließlich sollen unsere Gäste durch einen Besuch bei uns kein zusätzliches Infektionsrisiko haben. Vielleicht werden wir auch erst aufmachen, wenn es einen Impfstoff gibt. Sicherheit geht vor. Deshalb wird es bei uns dieses Jahr auch keinen „Advent in den Höfen“ geben.

Was bedeutet all das für die Vereinsarbeit?

Wir sind immer noch da und werden auch nicht untergehen, weil unser Verein von den Mitgliedern getragen wird. Wir haben uns ein paar Reparatur- und Verschönerungsarbeiten vorgenommen und treffen uns auch mal. Allerdings liegt die eigentliche Vereinsarbeit brach.

Die Kulturscheune hat viele Fans, gibt es etwas, womit man das Scheunen-Team unterstützen kann?

Allerdings, das gibt es. Wir haben von unserem Bierlieferanten in der Krise noch 80 Kisten bestelltes Bier geliefert bekommen. Unser „Scheunenschoppen“ ist nur bis November haltbar und wir wollen ihn verkaufen – ab heute immer freitags von 17 bis 19 Uhr im Hof der Kulturscheune. Die Kiste gibt es für 15 Euro inklusive Pfand. Unseren Weinbestand verkaufen wir auch. So kann man sich etwas Kulturscheune nach Hause holen. Dabei kann man auch Scheuenluft schnuppern und mit uns ins Gespräch kommen – auf Abstand versteht sich. 

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