Landratswahl

Dr. Christoph Pohl von den Freien Wählern will mit Transparenz punkten

Außergewöhnliches Hobby: Dr. Christoph Pohl von den Freien Wählern polarisiert – nicht nur als Landratskandidat. Momente der Ruhe holt er sich daheim bei seinen Landschildkröten, die er schon seit Jahren züchtet.
+
Außergewöhnliches Hobby: Dr. Christoph Pohl von den Freien Wählern polarisiert – nicht nur als Landratskandidat. Momente der Ruhe holt er sich daheim bei seinen Landschildkröten, die er schon seit Jahren züchtet.

Bei der Kommunalwahl am 14. März wählen die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis auch ihren Landrat. Wir stellen die Kandidaten im Porträt vor. Heute Dr. Christoph Pohl von den Freien Wählern.

Schwalm-Eder – Noch vollkommen versunken in den Winterschlaf hat sich die Landschildkröte von Dr. Christoph Pohl tief in ihren Panzer zurückgezogen. Sie ist einer der Lieblinge aus der Zucht des 40-jährigen Fritzlarers, trotz dass oder gerade weil sie das komplette Gegenteil von ihm ist. Denn Pohl ist alles – nur keiner, der den Kopf einzieht. Der Vorsitzende der Fritzlarer Freien Wähler will bei der Wahl am 14. März zeigen: „Ich kann Landrat“ – so sein Slogan.

Er und seine Fraktion wollen Vielfalt anbieten, sagt Pohl. Gesicht zeigen – das beabsichtigt die Fraktion mit ihrem Kandidaten. Der Fritzlarer war von 2016 bis 2019 Mitglied in der FWG-Kreistagsfraktion. Anfang Januar 2019 ist er dort ausgetreten, engagiert sich seither nur noch für die Freien Wähler.

Landratskandidat Pohl: Er fordert viel

„Ich fordere viel, lege den Finger in die Wunde“, sagt Pohl, der Geschäftsführer einer Kasseler Industriefirma ist. Und wer viel fordere, der müsse eben auch viel anbieten – ganz einfach. Doch wie muss ein guter Landratskandidat ticken? „Er muss im Sturm stehen können, Mut haben, gesunden Menschenverstand mitbringen.“ Pohl findet schnell Antworten.

„Ich weiß, ich polarisiere.“ Nicht nur in der Politik, auch im Privaten könne man sich mit ihm streiten. „Ich trage das Herz auf der Zunge.“ Im Gegenzug falle es ihm aber auch nicht schwer, am Ende wieder auf seinen Diskussionspartner zuzugehen und seine Stärken anzuerkennen. Leicht kommt Pohl daher auch über die Lippen: „Winfried Becker hat bewiesen, dass er ein guter Landrat ist.“

Landratskandidat Pohl: Beckers stärkster Konkurrent

Zweifelsohne sei er Pohls stärkster Konkurrent bei der Wahl. Dennoch fallen dem Fritzlarer zahlreiche Themen ein, bei denen er als Landrat zukünftig anders reagieren möchte. „In der Coronakrise hätte ich ein anderes Maß angesetzt.“

Schulen gehörten mit Lüftungsgeräten ausgestattet, Treppenbereiche mit UV-Lampen. Und auch in puncto Investitionsstau müssten Veränderungen her. Es gehe ums Machen, anstatt immer nur Bedenkenträger zu sein. Pohl rechne sich bei der Wahl Chancen im zweistelligen Bereich aus, um Becker ernsthaft Konkurrenz zu machen.

Er ist mit Leib und Seele Fritzlarer. „Mir ist bewusst, dass meine Heimatstadt als Landrat nicht mehr so im Fokus stehen könnte wie jetzt gerade.“ Bürgernähe, Transparenz und Ehrlichkeit würden dennoch die Kernansätze bleiben, mit denen der 40-Jährige Politik machen will.

Landratskandidat Pohl: Strandurlaub ist nichts für ihn

Ein Mann der Tat ist der Landratskandidat aber nicht nur beruflich und politisch, sondern auch privat. „Ich muss immer in Bewegung sein“, sagt er über sich selbst. So sei ein ausschließlicher Strandurlaub – in Zeiten, in denen dieser möglich ist – nichts für ihn. Nach Feierabend werkelt er im Garten, tobt sich handwerklich aus oder unternimmt etwas mit seinen Kindern.

Sie haben ihm auch beim Anbringen von Wahlplakaten geholfen. Entschleunigung holt sich Pohl bei seinen Landschildkröten, die teilweise älter seien als er selbst. Das Hobby habe er von seinem Vater übernommen. „Diese Tiere strahlen Ruhe aus“, sagt Pohl, für den Ruhe sonst eher ein Fremdwort ist. fw-fritzlar.de

Von Daria Neu

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.