Mehr als 200 Teilnehmer

Landwirte diskutierten in Fritzlar über die Zukunft der Branche

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Sie diskutierten über die Landwirtschaft im Wandel: (von links) Heinrich Baron von der Osten-Sacken, Siegbert Lassas, Cort Brinkmann, Norbert Klapp, Claudia Jennewein, Felix Prinz zu Löwenstein, Dr. Lothar Koch. 

Zu einem komplett neuen Denken riefen Teilnehmer des Forums Landwirtschaft in Fritzlar auf. Dabei dürften auch die Familien der Landwirte nicht zu kurz kommen. 

Dass die Organisatoren mit der Wahl ihres Themas richtig lagen, zeigte sich beim Blick in den Saal. Mehr als 200 Menschen, die meisten von ihnen Landwirte, waren am Mittwoch zum Forum Landwirtschaft ins Fritzlarer Haus an der Eder gekommen. „Wir mussten sogar 80 Besucher wieder nach Hause schicken“, sagt Siegbert Lassas, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Agrartechnikerverbandes Fritzlar. Der Saal war proppevoll, alle wollten hören, wie es mit der Landwirtschaft weitergeht.

Cort Brinkmann von der Ländlichen Betriebsgründungs- und Beratungsgesellschaft zeigte dazu Wege auf. Ackerbaubetriebe mit 60 Hektar im Vollerwerb könnten nur in der nächsten Generation bestehen, wenn sie ihre Wertschöpfung erhöhen, so Brinkmann. Er nannte Sonderkulturen, Kooperationen und die Direktvermarktung als Möglichkeiten.

„Die Ausbildung ist das A und O“, betonte der Experte. Er riet jungen Landwirten, möglichst in viele Betriebe hineinzuschnuppern und sich weltweit umzuschauen. „Dann kommt man mit Überzeugungen und Ideen wieder nach Hause.“

Zu komplett neuem Denken rief Felix Prinz zu Löwenstein auf. Es braucht einen Systemwechsel, erklärte der Vorsitzende des Bundes Ökologischer Lebensmittelwirtschaft. Das System lässt sich aber nicht zwischen den Hoftoren einklemmen. Es reiche von den Wäldern Südamerikas bis an die Ladentheke. Hinter all dem stehe eine Frage: „Wie muss die Zukunft ausschauen, damit sie enkeltauglich ist?“, rief er den Zuhörern zu. Zu Löwensteins Fazit nach seinem Vortrag: „Die Leute wissen sehr wohl, dass sich die Dinge ändern müssen. Aber es ist schwierig, das als einzelner Betrieb zu tun.“ Es komme auch auf die Rahmenbedingungen an. „Wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, in denen es sich mehr lohnt, das Richtige zu machen als das Falsche.“

Dass bei den Veränderungen nicht die Familie der Landwirte aus dem Blick geraten darf, verdeutlichte Claudia Jennewein. Es sei wichtig, eine gute Gesprächskultur zu pflegen und gemeinsam die Herausforderungen anzugehen. „Wenn das System Familie leidet, leidet auch der Betrieb.“

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