Laser-Täter geschnappt: 57-Jähriger entschuldigt sich telefonisch bei Bundeswehr

Fritzlarer Kampfhubschrauber-Piloten von Laserpointer geblendet

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Das Blenden mit einem Laser kann nicht nur für Piloten verheerende Folgen haben, sondern auch für die Menschen in der Umgebung.  (Symbolbild)

Gleich zweimal innerhalb von 24 Stunden sind Tiger-Piloten des Kampfhubschrauberregiments 36 in Fritzlar an unterschiedlichen Orten mit Laserpointern geblendet worden.

Mit Unverständnis und Empörung reagiert die Bundeswehr auf diesen Vorfall, der mit Blick auf die Vergangenheit tragischerweise kein Einzelfall ist.

Erst vor rund drei Monaten wurde ein Pilot so schwer geblendet, dass bleibende Schäden nicht ausgeschlossen werden konnten. Der oder die Täter blieben unbekannt.

Diesmal ist das anders: Laut Polizei hat ein 57-jähriger Mann am Donnerstag gegen 0.30 Uhr mehrmals mit einem Laserpointer Hubschrauber geblendet, die über Mellnau im Landkreis Marburg-Biedenkopf unterwegs waren. Nach Angaben des Kampfhubschrauberregiments waren zwei Tiger mit jeweils zwei Piloten in der Luft. „Sie haben sich beim ersten Blenden sofort weggedreht und den Täter über das Mastvisier im Auge behalten“, sagt Oberstleutnant Remo Templin-Dahlenburg.

Hubschrauber-Piloten mit Laser geblendet: Mann entschuldigt sich

Die Besatzung habe umgehend zwei Kollegen ihrer Bodentruppe informiert, die den Täter daraufhin erwischten und ihn bis zur Ankunft der Einsatzkräfte im Blick behielten. Wie die Polizei berichtete, muss sich der 57-Jährige nun für sein Handeln in einem Ermittlungsverfahren wegen des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr verantworten. Für den gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr droht, abhängig von den Folgen, eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Einen unerwarteten Anruf erhielt Templin-Dahlenburg wenig später. „Der Täter hat sich am Telefon entschuldigt.“ Als Grund für seine Tat habe er seine Dummheit genannt und darum gebeten, sich persönlich bei den Piloten melden zu dürfen. „Diese wollen aber keinen Anruf von ihm“, sagt Templin-Dahlenburg.

Doch es blieb nicht bei dem Vorfall gegen 0.30 Uhr im Kreis Marburg-Biedenkopf. Nach Angaben der Polizeidirektion Schwalm-Eder kam es am selben Tag gegen 23 Uhr erneut zu einer Laserblendung von Tiger-Piloten, diesmal über Züschen. „Die Streife war vor Ort“, es habe aber niemand gefasst werden können, berichtet Pressesprecher Markus Brettschneider.

Templin-Dahlenburg erinnert an die dramatischen Folgen, die diese leichtsinnige Tat mit sich bringen könne: „In letzter Konsequenz kann es durch so etwas zum Absturz der Hubschrauber kommen.“ Und dies gefährde nicht nur das Leben der Piloten, sondern auch das Leben der Menschen, die in der Umgebung wohnen. Das Problem betreffe aber nicht nur die Bundeswehr, sondern auch andere, die im Luftverkehr unterwegs sind.

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