Fritzlarer Kino wird neu aufgestellt

Mehr als nur die Hollywood-Blockbuster

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Er will mehr anbieten als Blockbuster, Popcorn und Slush-Eis: Joachim Wal ther hat das Cine Royal, das vor 20 Jahren seine Pforten öffnete, von seinem Bruder Matthias übernommen und will daraus ein Haus der Kultur machen. Einige Neuerungen sind bereits angelaufen. 

Seit über 100 Jahren betreibt die Familie Walther Ton- und Filmtheater, erst in Homberg, heute das Cine Royal-Kino in Fritzlar. Chef seit Juli ist Joachim Walther, der neue Ideen hat und sie auch umsetzt.

Fritzlar – Lust auf eine hochklassige Opernaufführung, live aus dem Londoner Royal Opera House? Oder wollten Sie schon immer mal ein Konzert von Metallica in San Francisco erleben? Weder für das eine noch das andere muss man ab sofort die Domstadt Fritzlar verlassen, denn Live-Opern mit Weltstars, Konzerte, einzigartige Ballettabende und mehr können Liebhaber jetzt auf der Leinwand des Fritzlarer Cine Royal-Kinos miterleben.

Möglich macht das eine konzeptionelle Neuaufstellung des Multiplex-Kinos, das es mit seinen sieben Sälen und etwa 900 Sitzplätzen seit 20 Jahren in Fritzlar gibt. Mit Joachim Walther aus der Familie, die schon 1907 das erste Lichtspieltheater im Hotel Deutscher Kaiser in Homberg eröffnete und 1999 nach Fritzlar umsiedelte, hat der jüngere Bruder des bisherigen Betreibers Matthias Walther (52) das Ruder übernommen.

Der 36-Jährige kam nach dem Tod seines Vaters vor über einem Jahr aus Asien wieder nach Deutschland zurück und geht nun mit vollem Einsatz daran, das Familienunternehmen weiter zu betreiben und auszubauen. Nach zehn Jahren in Ostasien hat er sich inzwischen wieder eingearbeitet und ist seit 1. Juli der Kino-Eigentümer.

„Ich möchte, dass das Cine Royal nicht nur die üblichen Hollywood-Blockbuster zeigt“, sagt er im Gespräch mit der HNA. Vielmehr stellt er sich ein Haus vor, das ganz viele Facetten kultureller Aktivitäten vereint. Technik und Räume könnten für vielerlei Veranstaltungen genutzt werden, ist er überzeugt.

Der Programmumbau ist bereits in vollem Gange. Vorstellungen mit den Metallica-Konzerten waren am vergangenen Wochenende ausverkauft, zur ersten Opern-Liveübertragung der Mozart-Oper „Don Giovanni“ aus dem Saal mit besonderer Tonanlage kamen viele Fans und genossen stilecht Canapés und den Gang über den roten Teppich. „Die Zuschauer im Saal haben sogar mitgetanzt, die Stimmung war toll“, erzählt Walther. Und der Preis seit mit 22 Euro auch im Rahmen.

In der vergangenen Woche hat es laut Joachim Walther 19 Filmvorführungen und zwölf Sonderveranstaltungen gegeben – so viele wie noch niemals zuvor.

„Im Jahr 2020 wird das Cine Royal nicht nur Kino sein, sondern ein Haus der Kulturen“, betont der neue Betreiber. Er kann sich vieles vorstellen: Live-Comedy, Lesungen, Vorträge, Firmenpräsentationen. Er will mit Vereinen, Gruppen und Personen kooperieren, die auf diesen Gebieten aktiv sind.

In zwei Sälen habe man inzwischen mit entsprechender Veranstaltungstechnik die Voraussetzungen dafür. Gruppen könnten auch Säle mieten. Dabei bleibt der normale Kinobetrieb weiterhin bestehen, die neuesten Filme werden gezeigt. Dazugekommen ist eine Reihe mit dem Namen „Filmauslese“: Mehrmals in der Woche sind Filme zu sehen, die sonst nur in Programmkinos gezeigt werden, etwa „Downton Abbey“ oder „Systemsprenger“.

Schon länger bietet das Kino die sogenannten Sneak-Previews an, die montags einen neues Film zeigen – man weiß nur nicht, welchen.

Auf dem Programm stehen außerdem Anime-Filme, die nach japanischen Comics gedreht werden und bei vielen jungen Leuten sehr beliebt sind. Für Halloween (31. Oktober) ist ein Spezial mit Sonder-Filmprogramm geplant. Außerdem wird das Ballett „Dracula“ gezeigt, live aus Leeds.

Im November gibt es weitere spezielle Angebote im Kino, etwa das Royal Ballet live mit einer Aufführung nach der Musik von Schostakowitsch, Elgar und Glasunow am 5. November – für Liebhaber der Ballets ein besonderes Ereignis. cine-royal.de

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