Mit Kopfhörern durch die Domstadt

Stadtführung durch Fritzlar per App: Wir haben's getestet

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Mit der App Elysium hört man den Stadtführer.

Die Not macht erfinderisch: Um auch unter Coronarichtlinien Gästeführungen durch die Domstadt anbieten zu können, bietet die Stadtführergilde Fritzlar nun Touren per Smartphone-App an.

App herunterladen, Handy vom Stadtführer scannen lassen, Kopfhörer in die Ohren und schon geht es los. Um bei den Rundgängen durch die Domstadt trotz einem Sicherheitsabstand von zwei Metern alle Informationen hören zu können, gibt es jetzt eine Neuerung: die Stadtführung per App. Wir haben den Rundgang mit Smartphone getestet.

Die Stadtführung

Treffpunkt für Gruppen bis maximal zehn Teilnehmer ist das Fritzlarer Rathaus. Von hier aus werden zahlreiche Stationen in der Altstadt angesteuert. 90 Minuten dauert die Führung, bei der man unter anderem den Dom, das Bonifatius-Denkmal, das Spitzenhäuschen, die Stadtmauer und den Garten der Kurie in der Fischgasse ansteuert und spannende Geschichten dazu hört. Besonders auch: Der Rundgang findet nur an der frischen Luft statt. In die Gebäude hinein geht es wegen der möglichen Infektionsgefahr nicht.

Der Fritzlarer Dom St. Peter am Dr.-Jestädt-Platz: So hat sich das Wahrzeichen mit der Zeit verändert.

Die Technik

Die Idee ist einfach – Jeder Teilnehmer muss vorab für 5 Euro sein Ticket im Internet buchen. Der Kartenkauf vor Ort ist aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Smartphone und Kopfhörer muss jeder Gast seselbst mitbringen, damit alles hygienisch ist.

Sollte der Handyakku zwischendurch schlappmachen, haben die Stadtführer ein paar Powerbanks, also mobile Zusatzakkus dabei, die vor Gebrauch desinfiziert werden. Hier wurde wirklich an alles gedacht.

Führen vor, wie die App funktioniert: Manfred Ochs und Michaela Wicke von der Stadtführergilde Fritzlar

Die App

Bevor die Tour beginnt, lädt jeder die App „Elysium“ auf sein eigenes Smartphone, die sowohl für Apple, als auch Android Nutzer kostenlos ist. Wer Datenvolumen sparen will, lädt die App bereits zuhause im W-Lan herunter. Klappt aber auch vor Ort über das mobile Netz problemlos. Somit wäre der erste Schritt geschafft. Dann folgt die Anmeldung als Gast. Anschließend scannt der Stadtführer mit seinem Handy den angezeigten Code. Schnell noch die Kopfhörer anschließen und schon kann man klar und deutlich übers eigene Headset zuhören. Der Vorgang ist so besonders Nutzerfreundlich, sodass dabei nichts schief laufen kann.

Der Datenverbrauch

Nur 20 Megabyte verbraucht man bei der Stadtführung per App durch Fritzlar. Das ist ungefähr so viel, als würde man 20 Sprachnachrichten mit dem Messengerdienst WhatsApp verschicken. Auch bei einem Handyvertrag mit wenig Datenvolumen funktioniert das also ganz gut.

Das Fazit

Die Stadtführung per App ist eine tolle Idee. Auch ohne gute Smartphone-Kenntnisse ist die Tour zu empfehlen. Man kann die Domstadt kennenlernen und trotz des Sicherheitsabstands jedes Wort des Gästeführers verstehen. 90 Minuten geht es zu Fuß durch die Gassen, das große Finale ist der Marktplatz. Dort kann man zum Abschluss einen Kaffee oder ein Eis genießen. Tipp für Auswärtige: Am Grauen Turm kann man kostenlos parken und läuft nur vier Minuten bis zum Rathaus. Auch vom Busbahnhof braucht man nur vier Minuten bis dorthin.

Das Spitzenhäuschen Zwischen den Krämen ist einer der Anlaufpunkte der Stadtführung. Inzwischen ist hier die Tourist Info Fritzlar ansässig.

Termine und Tickets

In Gruppen von bis zu zehn Personen, kann man Fritzlar täglich zu folgenden Terminen besichtigen: Montag bis Freitag, 10.30 Uhr, Samstag 10.30 Uhr und 14.30 Uhr, Sonn- und Feiertag 11 Uhr.

Auf gilde-fritzlar.de müssen die Tickets im Vorfeld erworben werden.

Das sagt Stadtführer Manfred Ochs

Es ist schwer meinen Lieblingsort bei dem Rundgang durch Fritzlar zu benennen, jede Station hat etwas Besonderes. Aber wirklich gern mag ich den Garten der Kurie in der Fischgasse. Der ist ein absoluter Geheimtipp: Denn nur bei einer Gästeführung mit der Stadtführergilde Fritzlar kann man den liebevoll gestalteten Garten hinter den hohen Mauern besuchen und bewundern. Die Kurie ist das ehemalige Wohnhaus eines Kurherren des Sankt Peter Stifts Fritzlar und seit 1803 unbewohnt. Doch hat das Gebäude auch nach über 200 Jahren nichts von seinem Charme verloren.

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