Modellflieger aus Fritzlar kritisieren geplante Drohnen-Verordnung scharf

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Sie sorgen sich um die Zukunft ihres Hobbys: Die Modellflieger Jürgen Volkmann (rechts) und Heinz-Christian Effelsberg kritisieren die geplante Drohnen-Verordnung, die auch sie betrifft.

Fritzlar. Bei 100 Metern ist Schluss. Höher dürfen Piloten ihre Modellflieger außerhalb von Modellflugplätzen bald nicht mehr steigen lassen. Zumindest sieht das die neue Drohnen-Verordnung aus dem Bundesverkehrsministerium vor.

Die Modellflieger schlagen Alarm. Sie sorgen sich um die Zukunft ihres Hobbys. Die „100-Meter-Deckelung“ würde tausende Modellflieger treffen, sagt Heinz-Christian Effelsberg. Nur mit einer behördlichen Ausnahmegenehmigung könnte dieser „Deckel“ durchbrochen und höher geflogen werden.

Der Waberner hat Glück. Er ist Mitglied im Modellflugverein Colibri Fritzlar. Der Club hat bei Züschen einen Modellflugplatz. Dort dürfen die Modelle 300 Meter hoch steigen. Grundlage für die Fritzlarer ist eine Aufstiegserlaubnis, die vom Regierungspräsidium vergeben wird. Für die 65 Vereinsmitglieder würde sich mit der neuen Drohnen-Verordnung kaum etwas ändern.

Anders sei es bei den Modellfliegern, die ihr Hobby als Hang- oder Thermikflieger außerhalb der Flugplätze betreiben. „Sie hätten es schwer“, betont Effelsberg. Sie dürften ihre Modelle nur noch maximal 100 Meter hoch fliegen lassen. Doch für das Thermikfliegen brauche man andere Höhen. „Da kann man mit 100 Metern nichts machen.“

Sauer macht Effelsberg und seine Mitstreiter die Geschichte der Verordnung. Über ein Jahr wurde zwischen dem Bundesberkehrsministerium und dem Deutschen Aero Club sowie dem Deutschen Modellflieger Verband verhandelt. Am Ende stand ein Kompromiss: Wer außerhalb von Modellflugplätzen über 100 Meter hoch fliegen möchte, braucht einen Kenntnisnachweis. Doch dieser Kompromiss sei vom Ministerium gekündigt worden. In der Verordnung ist der entsprechende Passus gestrichen. Die Begründung: Die 100-Meter-Beschränkung sei notwendig, um eine Gefährung des militärischen Hubschraubertiefflugs auszuschließen.

Effelsberg, der selbst 30 Jahre lang bei der Bundeswehr in Fritzlar Pilot war, rief das auf den Plan. Er hörte sich unter Ex-Piloten um, wie viele gefährliche Situationen es in ihrem Berufsleben aufgrund von Modellfliegern gegeben habe. Die Antwort: Von zehn Befragten habe nur einer von einem Vorfall berichtet. „Und das war Ende der 1970er Jahre“, sagt Effelsberg. Die Verordnung stehe daher in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Gefahr. Der begeisterte Modellflieger ist sich sicher: Die bestehenden Regelungen reichen aus.

Überhaupt müsse stärker getrennt werden. Drohnenpiloten und Modellflieger hätten andere Interessen. „Sie in einen Topf zu schmeißen, ist ein Unding.“ Die Hoffnungen der Modellflieger ruhen jetzt auf dem Bundesrat. Er muss der Verordnung zustimmen.

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