Premiere in der Kulturscheune

Museumsverein Fritzlar zeigt Schatz: Ausstellung mit Bildern von Georg Schmidt

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Präsentieren die Ausstellung mit Bildern von Georg Schmidt: (von links) Gerhard Schmidt, Stefanie Mnich, Marion Schmidt, Elisabeth Orth, Dr. Richard Gronemeyer und Heidi Fiedler. Es fehlt Rolf Platte, der die Kulturscheune zur Verfügung stellt.

Der Museumsverein hat einen Schatz gehoben: Er zeigt in der Kulturscheune 50 Bilder des Fritzlarers Georg Schmidt.

Damit werden die Werke zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung unter dem Titel „Mit den Augen wandern – Der Maler und Zeichner Georg Schmidt (1914 – 2002)“ wird am Samstag, 9. März, um 17 Uhr eröffnet.

Georg Schmidt hatte ein bewegtes Leben. Als Sohn einer Fritzlarerin und eines Bad-Sooden-Allendorfers wurde er am 10. September 1914 in London geboren. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde der Vater interniert, die Mutter abgeschoben. So verbrachte Schmidt seine Kindheit in Berlin und kam in den Sommerferien zu den Großeltern nach Fritzlar. Schmidt absolvierte bis 1931 eine Lehre zum Glasmaler, dann eine Ausbildung im Malerhandwerk. Diese schloss er 1942 mit der Meisterprüfung ab. Sein Einsatz im Zweiten Weltkrieg endete mit französischer Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 entlassen wurde. Er kam ins großelterliche Haus in Fritzlar, wo bereits sein Vater lebte. Kurz darauf fand er eine Stelle auf dem Fliegerhorst Fritzlar. In Diensten der US-Armee entwarf er Plakate für Kulturveranstaltungen der amerikanischen Truppenbetreuung. Mit einem Malerbetrieb machte sich Georg Schmidt 1953 in Fritzlar selbstständig. Er führte ihn bis 1979.

Die ausgestellten Bilder sind zwischen 1943 und 1990 entstanden, wie Schmidts Sohn Gerhard sagt. Es sind Aquarelle, Feder- und Bleistiftzeichnungen sowie Scherenschnitte. Georg Schmidt wählte Fritzlarer Stadtansichten, aber auch Landschaften, die er als Soldat in Frankreich, Polen und Norwegen und später auf vielen Reisen nach Italien und Spanien gesehen hat, als Motive. Daneben porträtierte Georg Schmidt seine Mitmenschen und befasste sich mit regionalem Brauchtum. Seine Bilder zeichnen sich nach Meinung des Museumsvereins durch einen klaren Bildaufbau, sorgfältige Ausführung selbst kleinster Details und leuchtende Farbigkeit aus.

Mit der Ausstellung möchte der Museumsverein Appetit auf das künftige Museum im Hochzeitshaus machen. Dort wird es auch um das Leben Georg Schmidts gehen. „Er steht beispielhaft für Menschen, die nach 1945 in Fritzlar sesshaft wurden“, sagt Stefanie Mnich vom Museumsverein. Schmidt sei in der Domstadt eine Institution. „Den kennt fast jeder.“

Die Ausstellung ist bis zum 7. April in der Kulturscheune zu sehen. Sie Samstag und Sonntag jeweils 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen, auch für Kindergärten und Schulklassen, können unter Tel. 0 56 22/ 38 28 gebucht werden.

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