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Nach 16 Jahren sagt sie tschüss: Fritzlarer Pfarrerin Birgit Nocht wechselt die Gemeinde

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Von: Daniel Seeger

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Die offene Kirche haben Pfarrerin Birgit Nocht und ihre Gemeinde seit der Corona-Pandemie etabliert. In Lohne können Menschen auch unabhängig von Gottesdienstzeiten Einkehr finden, eine Kerze entzünden und beten.
Die offene Kirche haben Pfarrerin Birgit Nocht und ihre Gemeinde seit der Corona-Pandemie etabliert. In Lohne können Menschen auch unabhängig von Gottesdienstzeiten Einkehr finden, eine Kerze entzünden und beten. © Daniel Seeger

Pfarrerin Birgit Nocht wechselt nach 16 Jahren die Gemeinde. Vom Fritzlarer Stadtteil Lohne geht es in den Kreis Waldeck-Frankenberg.

Lohne – 16 Jahre sind eine lange Zeit – und doch kann die manchmal recht schnell vergehen. Zum Beispiel wenn man sich wohlfühlt. Und dass das bei Pfarrerin Birgit Nocht in ihren Gemeinden Lohne, Dorla und Wehren der Fall ist, merkt man. Beim Gang durch die frühneuzeitliche Kirche im Fritzlarer Stadtteil Lohne fängt sie an zu strahlen, freut sich über die kunstvoll gestaltete Orgel und das Sakramenthäuschen, das sogar schon aus der Reformationszeit stammt. „Die Kirchen in meinen Gemeinden sind besonders“, sagt Nocht. Jede auf eine andere Art.

Trotzdem steht für die 56-Jährige nun ein Wechsel an – sie wird Pfarrerin in Bottendorf im Landkreis Waldeck-Frankenberg. „Wenn ich es jetzt nicht mache, dann mache ich es nie mehr“, sagt Nocht. Denn dass sie vor der Pensionierung noch einmal eine neue Stelle antritt, das sei wichtig für sie.

Nach einem kleinen Rundgang durch die Kirche, die für Besucher auch außerhalb der Gottesdienstzeiten offen steht, nimmt Nocht eine Streichholzschachtel in die Hand. „Wenn wir schon mal hier sind, sollten wir auch eine Kerze anzünden.“ Ganz ohne Wehmut wird der Abschied nicht ausfallen. „Ich empfinde große Dankbarkeit, wenn ich auf die vergangenen Jahre zurückblicke“, sagt Nocht. Durch das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer habe man so einiges auf die Beine stellen können. Zum Beispiel die Renovierung des Gemeinderaumes 2006 oder den Kindergottesdienst in Dorla, der gut besucht ist. Auch Ausstellungen habe man bereits organisiert. Lange überlegen muss Nocht nicht, wenn sie sagen soll, was sie an ihren Gemeinden schätzt: „Ich mag die Offenheit, die Bereitschaft neue Wege zu gehen und sich dafür auch Zeit zu nehmen.“

Schon damals, als sie sich beim Kirchenvorstand vorstellte, fiel ihr das direkt auf und sie war begeistert. „Wir gehen hier auf andere zu und versuchen die Kirche zu den Menschen zu bringen.“ Ein Grund, warum die Gemeinde den Gottesdienst immer wieder außerhalb der Kirche veranstaltet. Bei einem Rundgang durch den Ort halten Pfarrerin und Gemeinde an verschiedenen Orten an, singen, beten und feiern den Gottesdienst.

Dass Nocht Pfarrerin geworden ist, hat gute Gründe. Der Religionsunterricht habe sie als Schülerin fasziniert. „Das hören Sie wahrscheinlich öfter, aber es stimmt wirklich“, sagt sie und lacht. Und auch das abwechslungsreiche Theologiestudium habe es ihr dann angetan.

Das Kirchspiel Lohne - Dorla - Wehren ist nicht die erste berufliche Station – wenn auch die längste. Nach ihrem Vikariat, das sie in Willingen absolvierte, ging es für sie nach Spanien. „Das Land hat mich schon immer fasziniert“, sagt sie heute. Und so folgte vor der ersten Pfarrstelle in Heringen (Werra) ein Auslandsvikariat in Madrid. „Das war wirklich eine sehr schöne Zeit“, sagt die 56-Jährige. Später nahm sich Nocht eine Auszeit, ging nach Berlin, wo ihr Mann aus beruflichen Gründen wohnte – um dann später wieder nach Nordhessen zu kommen. „Gerade herrscht eine allgemeine Aufbruchstimmung in der Gemeinde, es ist wieder viel los.“ Vielleicht nicht der schlechteste Zeitpunkt für einen Tapetenwechsel. (Daniel Seeger)

Termin: Der Abschiedsgottesdienst von Birgit Nocht findet am Sonntag, 9. Oktober ab 11 Uhr in der Evangelischen Kirche in Lohne statt.

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