Wetter dämpft Stimmung

Nach durchwachsenem Sommer: Hoffen auf gutes Ende der Freibad-Saison

Der Strand ist leer, die Laune deshalb aber nicht schlecht: Martin Rockensüß, Leiter des Ferienparks Neuenhainer See, zeigt sich trotz der eher verhaltenen Saison zufrieden. Die Zahl der Campinggäste steigt.
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Der Strand ist leer, die Laune deshalb aber nicht schlecht: Martin Rockensüß, Leiter des Ferienparks Neuenhainer See, zeigt sich trotz der eher verhaltenen Saison zufrieden. Die Zahl der Campinggäste steigt.

Ein Fazit ziehen die meisten Schwimmbadbetreiber im Kreisteil Fritzlar-Homberg: Sie hatten auf mehr Badegäste gehofft. Schlechtes Wetter und Pandemie sorgen für gedämpfte Stimmung.

Die Schwimmbäder im Kreisteil starteten auch in diesem Jahr verspätet in die Freibadsaison. Zu den ohnehin schwierigen Verhältnissen durch die Corona-Pandemie kommen die kühlen Temperaturen.

Eine Ausnahme ist das Schwimmbad in Niedenstein. Es kann ein Plus an Besuchern verbuchen. Das Hallenbad mit Sommer-Liegewiese kratzt an Besucherzahlen aus der Zeit vor der Pandemie. Erst am 28. Juni geöffnet, konnten im Juli 1387 Besucher begrüßt werden. Im Juli 2020 waren es 806, im Juli 2019 2099. „Wir sind nicht auf dem Niveau, das wir gerne hätten, aber es läuft“, sagt Sprecherin Martina Junghans.

Nach 80 Tagen (30. August) zählte das Freibad in Holzhausen am Hahn 8916 Besucher. „Wesentlich weniger als in Jahren ohne Corona“, sagt Badleiter Michael Kropf. Die Statistik gibt ihm recht: 2020 waren es nach 68 Tagen 10 138 Badegäste. 2019 kamen an 98 Tagen 23 687. Neben der Pandemie habe auch das unbeständige Wetter die Besucherzahlen nach unten gedrückt. Hinzukomme, dass sich viele Leute einen eigenen Pool zugelegt haben.

Freibadsaison im Kreisteil Fritzlar-Homberg eher durchwachsen

„Die Saison ist mit keiner zu vergleichen“, sagt Knüllwalds Bürgermeister Jürgen Roth. Besucherzahlen lägen nicht abschließend vor. Man habe den Betrieb der zwei Bäder mithilfe der Technischen Betriebe Homberg sowie Ehrenamtlichen des Fördervereins Freibad Rengshausen und der DLRG Niederbeisheim „zufriedenstellend“ geschafft. Aus dem Fritzlarer Ederauen-Erlebnisbad heißt es: „Wir können nicht zufrieden sein, die Fixkosten sind fast geblieben, die Öffnungszeiten mussten wir wegen fehlender Rettungsschwimmer ändern.“ Noch sei das Bad geöffnet, die absolute Besucherzahl bleibe abzuwarten, „dennoch werden wir etwa 3000 Besucher unter dem Vorjahr liegen“, so Bürgermeister Hartmut Spogat.

Die maximale Gästezahl von 800 wird am Neuenhainer See nicht erreicht. Auf die Saison gerechnet zählte der See 3500 Badegäste. 2020 waren es 8000. Mit aktuell 8350 Besuchern steht das Freibad Erleborn in Homberg besser da als noch 2020. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei weniger als 8000 Badegästen. Auch in Gudensberg lief die Saison durchwachsen.

Schwimmbad in Niedenstein fällt mit positiver Bilanz aus der Reihe

Niedenstein

Großer Vorteil des Bades in Niedenstein: Das Becken ist überdacht, die Liegewiese im Grünen im Sommer geöffnet. Schwimmer sind dort also unabhängiger von Sonne, Regen, Temperaturen. Die Umkleiden befinden sich seit der Pandemie im Freien. Es zeige sich aber dennoch eine Veränderung, berichtet Sprecherin Martina Junghans. „Auch an Schlechtwettertagen waren viele Besucher da. Das kennen wir so nicht.“

Die Zahlen für August lägen zwar noch nicht vor. Im Juli ließe sich aber ein deutlicher Zuwachs ablesen. 25 Menschen dürfen in Niedenstein gleichzeitig ins Wasser, 100 auf die Liegefläche. Die Coronaregeln nähmen die Besucher an, sagt Junghans.

Edermünde

Das Freibad bleibt laut Badleiter Michael Kropf länger geöffnet als geplant. Doch unabhängig davon, wie lange die Freibadsaison in Edermünde dauert: „Das Wichtigste ist, dass wir unfallfrei durchkommen.“

Einen Ansturm an Badegästen habe es nur wenige Tage nach der Öffnung am 12. Juni gegeben und Ende Juli, als es ebenfalls warm war. Der besucherstärkste Tag sei der 17. Juni mit 794 Badegästen gewesen. „Sonst ist es eher dürftig“, bilanziert Kropf. Nur hartgesottene Senioren und Schwimm-Sportler kämen auch bei Temperaturen von knapp 20 Grad ins Bad.

An den warmen Tagen im Juni zeigte sich jedoch: 500 Gäste gleichzeitig sind zu viel. Da nur 100 Menschen ins Becken durften, bildete sich eine Schlange. Um dem entgegenzuwirken, senkte die Gemeinde die Besucherhöchstzahl laut Kropf auf 350. Für die Saison 2022 hofft er auf eine Rückkehr zum Normalbetrieb. Dann werde es auch wieder ein Beachvolleyballfeld geben. Das bisherige musste dem Bau des benachbarten Sportzentrums Studio 417 weichen. Außerdem wird, so Kropf, der Eingangsbereich neu gestaltet.

Freibadsaison im Kreisteil neigt sich dem Ende zu

Knüllwald

„Es ging darum, den Menschen ein Angebot zu machen“, sagt Knüllwalds Bürgermeister Jürgen Roth. Dass in Niederbeisheim noch ein Pächter für den Kiosk gefunden wurde, habe die Situation dort deutlich verbessert. „In Rengshausen haben sich die Besucher mit der Tatsache, ohne Kiosk zurechtkommen zu müssen, notgedrungen arrangiert.“

Beide Freibäder wurden vor der Gebietsreform gebaut und seither nur notdürftig saniert. Im Freibad Rengshausen will sich die Gemeinde nun zuerst an die Arbeit machen. Die Förderung liegt bei 45 Prozent. Laut Roth erhält Knüllwald maximal 644.000 Euro. Wann mit der Sanierung begonnen werden kann, sei noch unklar.

Fritzlar

Auch im Ederauen-Erlebnisbad in Fritzlar hatte man aufgrund der Schutzmaßnahmen gehofft, mehr Gäste zu begrüßen, sagt Bürgermeister Hartmut Spogat. Das schlechte Wetter, die Pandemie – all das habe für eine gedämpfte Saison gesorgt.

„Erfreulicherweise konnten genügend Hilfen in Sachen fehlende Rettungsschwimmer gefunden werden.“ Den Bürgermeister erreichten viele positive Ansprachen, die froh darüber seien, dass Fritzlar so früh wie möglich geöffnet habe. „Aus der gesamten Region kamen die Besucher, mittlerweile auch aus Kassel, der Anteil der externen Gäste liegt bestimmt gleichauf“, so Spogat. Selbstverständlich plane man auch für 2022 eine weitestgehende Öffnung.

Homberg

Im Homberger Freibad Erleborn wurde die Zahl der Badegäste aufgrund der Coronapandemie ebenfalls begrenzt: 500 Badegäste gleichzeitig sind zugelassen, Anmeldungen über ein Buchungsportal nötig. Mit weniger als 8000 Badegästen zählte das Freibad 2020 nur etwa ein Viertel der sonst üblichen Besuche. Diese Zahl konnte bereits geknackt werden.

Neuenhainer See verzeichnet weniger Badegäste, dafür mehr Übernachtungen

Neuental

Während sich Badegäste am Neuenhainer See rar machen, lassen sich die Camper nicht abschrecken. „Der Trend zum Camping-Urlaub hält auch in diesem Jahr an“, sagt Martin Rockensüß, Leiter des Ferienparks Neuenhainer See. Die Zahl der Übernachtungen liege schon jetzt bei 5800. Im vergangenen Jahr waren es 4700.

Laut Rockensüß kommen nicht nur jedes Jahr mehr Urlauber an den See, sie bleiben auch länger. Im zweiten Pandemiejahr seien es viele Familien mit Zelten, die den See nutzten. Unter den Touristen seien vor allem Gäste aus Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Bei den Badegästen hingegen sehe es mau aus: Hier seinen es nur ein Drittel der Besucher, die maximale Gästezahl von 800 pro Tag werde nicht ausgeschöpft. Neben dem durchwachsenen Wetter habe auch die Testpflicht viele abgeschreckt. Der Zuspruch der touristischen Camper werde voraussichtlich dafür sorgen, dass der Ferienpark keine Verluste einfahre.

Gudensberg

Bei schlechtem Wetter kann das Naturbad in Gudensberg nicht öffnen – „Anders als in herkömmlichen Freibädern kann das Wasser nicht technisch erwärmt werden. Dadurch würde das ökologische System der Anlage gestört werden.“, sagt Lisa Vogel von der Stadt Gudensberg. Damit ist das Bad stark abhängig von Außentemperaturen. Eine regelmäßige Öffnung sei aufgrund des durchwachsenen Wetters in dieser Saison nicht möglich gewesen.

Wegen der Corona-Pandemie durfte das Terrano Hallen- und Naturbad außerdem nur 300 Besucher zulassen. Insgesamt besuchten in diesem Jahr von Juni bis August 2549 Menschen das Bad. 2020 waren es 3454 Besucher und 2019 sogar 9981, teilt Vogel mit.

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