Gebäude liegt im Dornröschenschlaf

Nach Jahren des Leerstands soll wieder Leben in die Fritzlarer Kurie einkehren

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Die Tür zu einer neuen Nutzung möchte der Verein Pro Fritzlar unter Vorsitz von Dr. Ulrich Skubella aufstoßen: In der Stadt soll diskutiert werden, wie es mit der Kurie weitergehen soll.

Fritzlar. Die Fritzlarer Kurie steht seit Jahren leer. Jetzt wurden neue Ideen für die Nutzung entwickelt. 

Von hier an geht man besser alleine Schritt für Schritt die dunkelbraune Holztreppe in das erste Obergeschoss hoch. Schön nacheinander. „Aus Sicherheitsgründen die Treppe bitte nur einzeln begehen“, steht die Warnung schwarz auf weiss. Die Treppe ist schon älter. Sie gehört zu der im Jahr 1410 erbauten Kurie an der Fischgasse in Fritzlar. Wie viel sie trägt, ist unklar.

Die meiste Zeit ist sie jedoch völlig unbelastet. Die Kurie steht nämlich seit Jahren leer. „Sie liegt im Dornröschenschlaf“, sagt Dr. Ulrich Skubella. Der Vorsitzende des Vereins Pro Fritzlar möchte sie gerne mit einer zündenden Idee wachküssen. Die Kurie lediglich als historisches Gebäude zu erhalten, hält Skubella für „ein wenig dünn“. Schon unter seinem Vorgänger Gerhard Methner wurden Ideen für eine Nutzung entwickelt.

Der Putz bröckelt von den Wänden, der Holzboden knarzt beim Betreten: Das sind nur die sicht- und hörbaren Alterserscheinungen der Kurie. Wie es um das Gebäude insgesamt bestellt ist, könnte eine denkmalpflegerische Untersuchung klären. 

Die Vorschläge reichten von Seminarräumen für Theologie- und Archäologiestudenten über einen Umzug des Domschatzmuseums bis zur Einrichtung einer Gaststätte. „All diese Ideen sind nicht überzeugend. Die geniale Idee muss noch gefunden werden“, sagt Skubella. Pro Fritzlar macht schon mal einen Vorschlag: Künstler Ubbo Enninga, der in der Stadt bereits mit dem Bonifatius-Denkmal und dem Vincentinerinnen-Relief Spuren hinterlassen hat, könnte hier seinen Nachlass präsentieren.

Laut Skubella wäre das ohne großen Aufwand möglich. Es bräuchte dafür keine Heizung und auch keine Toilette – beides gibt es in der Kurie bislang nicht.

Unabhängig davon, wie das Gebäude genutzt werden soll: Als Erstes braucht es laut Skubella eine denkmalpflegerische Voruntersuchung. Sie wird vom Denkmalschutz gefordert und soll den Zustand des Gebäudes erfassen. Die Kosten für eine solche Untersuchung betragen etwa 30 000 Euro. Pro Fritzlar hat sich bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung um eine Förderung beworben – und war damit nicht alleine. 900 Projekte aus ganz Deutschland sind bei der Bundesanstalt eingetrudelt. Jetzt gab es die Absage, die Fritzlarer gingen leer aus.

Hinweisschilder und Absperrungen: Wer die Kurie betritt, muss an vielen Stellen aufpassen.

Wie die Untersuchung bezahlt werden soll, ist unklar. „Ich hoffe, dass in den nächsten Jahren Geld aufgebracht werden kann“, so Skubella. Er möchte in der Stadt eine Diskussion über die künftige Nutzung der Kurie anstoßen. Er weiß aber auch, dass dies Zeit braucht. „Das ist etwas auf lange Sicht, für die nächsten fünf oder zehn Jahre.“

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