Interessengemeinschaft setzt auf Sicherheit

Narren sagen Karneval ab: Kein Rosenmontagsumzug in Fritzlar

Karnevalisten in Fritzlar auf einer Treppe: von links Ralf Wissemann, Markus Ritter (CCHaddamar), Eike von Hein (KiGeismar), Sebastian Malazek (Eddernarren), Michael Pelz (Stadtnarren), Otto May (Eddernarren), Rainer Wicke (KiGeismar), Andreas Salzmann (Stadtnarren) Stefan Bischof, Thomas Kramer (Närrische 11).
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Gemeinsame Entscheidung: Sie haben sich für die Absage aller Karnevalsveranstaltungen ausgesprochen: von links Ralf Wissemann, Markus Ritter (CCHaddamar), Eike von Hein (KiGeismar), Sebastian Malazek (Eddernarren), Michael Pelz (Stadtnarren), Otto May (Eddernarren), Rainer Wicke (KiGeismar), Andreas Salzmann (Stadtnarren) Stefan Bischof, Thomas Kramer (Närrische 11).

Jetzt ist es amtlich: Der Karneval in Nordhessen fällt in der Session 2020/21 in vielen Städten wegen Corona aus. Auch in der nordhessischen Karnevalshochburg Fritzlar.

Fritzlar - Alle Veranstaltungen werden abgesagt – auch der große Rosenmontagszug, den regelmäßig um die 30.000 Besucher feierten. Grund für das Aus ist die Corona-Pandemie.

Alle Mitgliedsvereine der Interessengemeinschaft Karneval Nordhessen (IKN) sind sich bei dieser Entscheidung einig, das wurde bei der Jahreshauptversammlung in Fritzlar deutlich. Somit sprachen sich auch die Verantwortlichen der fünf Fritzlarer Karnevalsvereine, also die Eddernarren, die Närrischen 11, die Fritzlarer Stadtnarren, der Carneval Club Haddamar sowie die Interessengemeinschaft Karneval in Geismar, gegen das Stattfinden von Veranstaltungen aus.

„Mit Rücksichtnahme auf alle Gäste und Mitglieder haben wir feststellen müssen, dass Karneval mit Abstand nicht möglich ist“, sagt Haddamars Präsident Markus Ritter. Leicht sei die Entscheidung nicht gefallen. „Wir hoffen, am 11.11.2021 wieder gemeinsam feiern zu können.“

Dem stimmt Otto May, Präsident der Eddernarren, zu: „Wir waren uns einig, dass wir Karnevalsvereine bei dieser Entscheidung an einem Strang ziehen müssen.“ Ein enges Beisammensein vieler Menschen sei in diesen Zeiten nicht zu gewährleisten, so das Fazit. „Das bringt einfach nichts, auch wenn es schade ist“, sagt May.

Karneval abgesagt: „Kontaktlos ausgelassen Karneval feiern, das ist nicht möglich“

Fritzlar ohne Karneval, das sei wie Fritzlar ohne Brauchtum, sagt Bürgermeister Hartmut Spogat. Auch, wenn man nach den politischen Diskussionen der vergangenen Wochen mit einer Absage habe rechnen müssen, sei diese Nachricht ebenso schade wie nachvollziehbar.

„Kontaktlos ausgelassen Karneval feiern, das ist nicht möglich. Weder in den Veranstaltungsräumen noch beim Straßenkarneval.“ Der Karneval lebe vom Miteinander und der Stimmung. Beides funktioniere unter Coronabedingungen nicht. „Alles andere als eine Absage macht keinen Sinn“, sagt Spogat und zeigt sich zuversichtlich, dass Teilnehmer und Besucher die Entscheidung verstehen.

Zuvor hatten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Gesundheitsminister Nordrhein-Westfalens, Joachim Stamp, ebenfalls die Absage des Karnevals gefordert und damit eine bundesweite Diskussion in Gang gesetzt (HNA berichtete). Ein Hintergrund der Forderung: Nach einer Karnevalsfeier in der Gemeine Gangelt im Kreis Heinsberg im Februar waren die ersten Coronavirus-Fälle in Nordrhein-Westfalen bestätigt worden. Der Landkreis wurde danach zu einem Hotspot der Pandemie in Deutschland. (Peter Zerhau, Maja Yüce und Daria Neu)

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