Neue Details zum Unglück

In Mali abgestürzter Tiger verlor Rotorblätter - Ursache weiter unklar

Fritzlar. Zum Absturz des Hubschraubers Tiger aus Fritzlar, bei dem Ende Juli zwei Soldaten gestorben sind, werden nun neue Details bekannt.

Aktualisiert um 12 Uhr - Laut mehreren Medienberichten verlor der Tiger vor dem Unglück die Rotorblätter. "Nach bisherigen Erkenntnissen lösten sich, nachdem das Luftfahrzeug in den starken Sinkflug übergegangen war, vor dem Aufschlag Teile (...), darunter die Hauptrotorblätter", zitierte zuerst die Nachrichtenagentur Reuters aus einem Schreiben des Verteidigungssekretärs Markus Grübel an den Wehrausschuss des Bundestags. Seit Mittwochmittag liegt der Bericht auch der Deutschen Presse-Agentur vor. 

Bis zum Absturz sei der Flug unauffällig verlaufen. Der Hubschrauber, der in Fritzlar stationiert war, sei am 26. Juli mit etwa 250 Stundenkilometern unterwegs gewesen, als er "plötzlich und für die Besatzung überraschend radikal die Nase senkte und in einen starken Sinkflug überging". Innerhalb von nur zehn Sekunden sei der Helikopter auf den Boden geprallt und habe Feuer gefangen. Der Absturz sei nicht zu überleben gewesen. "Das Luftfahrzeug wurde zerstört, der Aufprall war nicht zu überleben", heißt es in dem Bericht.

Absturzursache weiter unklar

Warum der Hubschrauber vom Typ Tiger die Rotorblätter verlor, ist aber weiterhin unklar. "Spekulationen zur Unfallursache entbehren zum jetzigen Zeitpunkt jeder tragfähigen Grundlage", heißt es in dem Zwischenbericht von Verteidigungsstaatssekretär Grübel. Die Untersuchungen wurden "weiterhin ergebnisoffen geführt". 

Ein Untersuchungsteam der Flugsicherheit der Bundeswehr war am Tag nach dem Unfall zum Bundeswehr-Camp Castor in Gao geschickt worden. Wrackteile und Teile des Flugdatenrekorders seien für weitere Untersuchungen nach Deutschland gebracht worden. Die detaillierte Auswertung der Daten dauere an, schrieb Grübel. 

Vor dem Hubschrauber-Absturz waren seit Jahren keine Bundeswehrsoldaten mehr im Einsatz gestorben. Die Piloten-Gemeinschaft der Bundeswehr hatte nach dem Vorfall kritisiert, die Tiger-Hubschrauber seien nicht ausreichend für den Einsatz in Mali getestet und den Piloten fehle die vorgeschriebene Routine. Der Kommandeur der umgekommenen Bundeswehrsoldaten hatte Spekulationen über eine mangelnde Ausbildung der Piloten jedoch scharf zurückgewiesen.

Die gestorbenen Soldaten waren in der Mission Minusma der Vereinten Nationen (UN) in Mali eingesetzt. Sie soll zur Stabilisierung des Landes und zur Umsetzung eines Friedensabkommens beitragen. Mehr als 890 Bundeswehrsoldaten sind vor Ort. 

Die beiden verstorbenen Soldaten stammten aus Neuental und Gudensberg. Am Donnerstag nahmen hunderte Menschen, darunter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, von den Toten Abschied.

(mit dpa)

Rubriklistenbild: © dpa

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