Es beginnt mit einer Melodie

Neues Album von „Hausboot“: Fritzlarer Heiner Lürig komponierte Musik

+
Präsentieren ihr Album: Heiner Lürig (links) und Tino Eisbrenner nennen sich zusammen „Hausboot“.

Es sind keine bestimmten Situationen, in denen Heiner Lürig aus Fritzlar plötzlich neue Melodien erfindet. Mal sprudele es nur so vor Ideen, manchmal herrsche über einen längeren Zeitraum Ruhe, sagt der Produzent und Komponist.

Doch ist ein neues Lied erst einmal aus seinen Gedanken auf die Klaviertasten oder die Gitarrensaiten gewandert, stehe eines fest: „Ab dann bewegt sich in meinem Kopf Musik.“

So war es vermutlich auch bei dem neuen Album „Die letzten heiligen Dinge“, das er mit Sänger Tino Eisbrenner aufgenommen und kürzlich veröffentlicht hat. 

Schon seit Jahren musizieren die Zwei unter dem Namen „Hausboot“ miteinander. Lürig schreibt die Musik, Eisbrenner die Texte. Die elf neuen Lieder erzählen elf unterschiedliche Geschichten, sagt Lürig.

Im Folk-, Chanson- und Country-Stil singen und spielen „Hausboot“ unter anderem von den Sorgen erwachsener Männer und Väter. „Es geht um Dinge, die verloren gehen. Dinge, die uns heilig sind, wie Freundschaft, Ehrlichkeit und Offenheit.“ 

„Poetenherz“ gehört zu Lürigs Lieblingsstücken

Die zunehmende Verrohung der Welt sei eine zentrale Botschaft, die das Publikum über die Songs erreichen soll. Der Titel „Poetenherz“ gehört zu Lürigs Lieblingsstücken des neuen Albums.

Darin geht es um Vorbilder am Beispiel Bob Dylan. „Aber auch jeder andere Song bedeutet etwas.“ Manege frei. Löwenhunger, Komm so leise wie der Schnee, Liebste adé – Diese Titel kündigen viel Gefühl an.

Vor allem durch seine Arbeit mit Musiker Heinz Rudolf Kunze ist Lürig bekannt. „Dein ist mein ganzes Herz“ ist einer der Hits, der wohl vielen Fans im Ohr ist. Nach einer mehrjährigen Pause hat Lürig die vertraute Zusammenarbeit mit Kunze kürzlich wieder aufgenommen. 

Das Album mit dem Titel „Die Zeit ist reif“ erscheint im Februar. „Es ist ein spannender Moment, nach langer Zeit wieder aufeinanderzutreffen.“ Häufig fördere eine Pause die Kreativität. „Nichtstun ist eben manchmal einfach das Allerschönste“, sagt Lürig augenzwinkernd.

Über 40 Jahre lange Berufserfahrung als Musiker

Neben der Ruhe kennt der 66-Jährige aber auch intensive Arbeitsphasen bestens. Über 40 Jahre lange Berufserfahrung als Musiker liegen bereits hinter ihm. 

Als Lürig damals seinen Eltern von seinem Traum erzählte, Musiker zu werden, mussten diese schon erst einmal schlucken. Doch er hat es geschafft und seine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

„Ich gehe mit mir sehr bewusst um“, sagt der Fritzlarer. Hintergrundgedudel aus dem Radio gibt es bei ihm Zuhause nicht. Denn sie könnte ja kommen, die eine Melodie. Die Melodie, die am Anfang eines jeden Songs steht.

Manche Songs kennt er im ersten Moment von Anfang bis Ende. „Andere Songs wiederum werden nie fertig“, sagt er. Aber das sei eben das Besondere. Als Musiker müsse man eben immer auf das richtige Gefühl hören.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.