Neujahrsempfang: Ein Hoch auf den Fritzlar-Virus

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Fest eingebettet in den Terminkalender: Der Neujahrsempfang der Stadt Fritzlar und der Bundeswehr in der Stadthalle (oben). Bürgermeister Hartmut Spogat sowie Regimentskommandeur Dr. Volker Bauersachs (rechts) begrüßten mit Ehefrauen die Gäste per Handschlag. 

Fritzlar. Eine Virusinfektion, die sich hoffentlich immer weiter ausbreitet? Was als Wunsch auf den ersten Blick reichlich merkwürdig klingt, hatte beim Neujahrsempfang der Stadt Fritzlar am Sonntagnachmittag einen durchaus positiven Hintergrund.

Denn Fritzlars Bürgermeister wünschte sich vor vollem Hause besonders, dass mehr und mehr Menschen vom Fritzlar-Virus befallen werden und sich für ihre Stadt einsetzen - so, wie es schon viele tun.

Nach der Begrüßung der zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur blickte Spogat zurück auf das Jahr 2016, erinnerte an das große Engagement für die vielen Flüchtlingen, an Jubiläen und Projekte wie etwa die Wasserkraftschnecke am Ederwehr, die 170 Haushalte mit Strom versorgen kann.

Sie sorgten für den musikalischen Akzent beim Empfang in der Stadthalle: Das Ensemble „Die Streichhölzer“ von der Musikschule Schwalm-Eder mit seinem Leiter Frieder Kraus und den Schülerinnen Elena Strehl (Violine), Lara Zieß (Violine) und Norra Mohra (Violoncello).

Dass das Hospital zum Heiligen Geist in einem Umfeld mit schwierigen Rahmenbedingungen nach vorne schauen müsse, betonte er. Neue Aufgabenfelder sorgten für ein erweitertes Leistungsspektrum.

Wichtig für das gerade begonnene Jahr sind ihm etliche Projekte in Kernstadt und Stadtteilen, etwa

• die Umgestaltung des Roßmarktes,

• der Umbau des Busbahnhofs, der barrierefrei werden soll. Baubeginn: noch vor Ostern, 

• die Erweiterung des Multifunktionshauses in Ungedanken, 

• der Neubau einer Kindertagesstätte in Geismar sowie 

• vor allem der Start des Umbaus des Museums Hochzeitshaus in ein modernes Ausstellungshaus. Er hoffe, dass „die Handwerker spätestens im 3. Quartal anrücken können“, sagte Spogat, damit Fördermittel nicht verfielen.

„Wandern gilt als sexy.“

Fritzlar sei nach wie vor für viele Menschen als Wohnort interessant, das belege die Nachfrage. Spogat kündigte an, dass am Roten Rain ein weiteres Wohngebiet entstehen werde mit bis zu 90 Bauplätzen. In den Stadtteilen gehe es eher um die Belebung der Ortskerne.

Weiter ausgebaut werden soll auch der Bereich des Tourismus, besonders, was Wanderwege angehe. „Wandern ist sexy“, habe eine Studie ergeben. Da stecke doch noch Entwicklungspotenzial.

Mit klugen Investitionen und verbesserter Infrastruktur wolle man das hervorragende Image Fritzlars weiter festigen, schloss Spogat unter dem Beifall der Gäste.

Garnison seit 1867

Seit 150 Jahren ist Fritzlar Garnisonsstadt: Deshalb war auch Oberst Dr. Volker Bauersachs als Standortältester und Kommandeur des Kampfhubschrauberregiments 36 zweiter Gastgeber des Empfangs.

Er beließ es nicht bei wenigen Worten, sondern informierte, unterstützt durch eine Power-Point-Präsentation, die Gäste über die sicherheitspolitische Lage weltweit, die Probleme, die sich daraus ergeben, und über die Rolle, die die Garnison Fritzlar dabei spielt.

Das Fritzlarer Regiment, betonte er, sei das einzig verbliebene Kampfhubschrauberregiment der deutschen Streitkräfte. Es sei immer gefordert, wenn Kampfhubschrauber benötigt würden.

In diesem Jahr stehe zum Beispiel der Einsatz der Fritzlarer in Mali bevor. „Die Lage dort ist alles andere als stabil“, betonte Bauersachs. Es sei in unser aller Interesse, diese Region zu stabilisieren. Insgesamt werden vier Tiger-Hubschrauber für die Verlegung nach Mali vorbereitet.

Am Standort Fritzlar hat sich einiges verändert: Das Fachsanitätszentrum als große Einrichtung wurde aufgelöst; abgeschlossen ist die Verlegung der 9. Kompanie des Feldjägerregiments 2 nach Fritzlar; die Berufsfeuerwehr auf dem Heeresflugplatz wurde vergrößert, es sind jetzt 60 Brandschützer dort aktiv.

Baulich werde sich einiges tun, kündigte Bauersachs an: die 8-Mann-Stube gehöre dann der Vergangenheit an, es werde Einzelzimmer geben. Zudem sollen die Sportanlagen der Georg-Friedrich-Kaserne gründlich saniert werden. Sein deutliches Fazit: „Der Standort Fritzlar hat ganz klar Zukunft.“

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