Digitales für die Dörfer

So soll die Digitalisierung auf dem Land vorangetrieben werden

Panoramaaufnahme der Homberger Innenstadt in einem goldenen Licht. Zu sehen sind die Stadtwahrzeichen: Stadtkiche und Burg.
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Die Stadt Homberg will mit dem lokalen Projekt Summer of Pioneers das Thema Digitalisierung im ländlichen Raum vorantreiben.

Ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung auf dem Land soll in der Region entstehen – das zumindest ist der Wunsch von nordhessischen Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft.

Kassel / Homberg – Ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung auf dem Land soll in der Region entstehen - das zumindest ist der Wunsch von nordhessischen Repräsentanten aus Politik und Wirtschaft. Diese und weitere Ideen zur Digitalisierung im ländlichen Raum stellten sie Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus (CDU) bei einem virtuellen Runden Tisch vor und hofften auf Unterstützung aus der Landespolitik. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein IT Netzwerk und dem Regionalmanagement Nordhessen.

Ein Zentrum für digitale Innovation, das House of Digital Innovation, gebe es zwar schon in Darmstadt, allerdings wünsche man sich zumindest einen Ableger in der Region, um nordhessische Belange besser einbringen zu können, sagte Manuel Krieg vom Regionalmanagement Nordhessen. Das Zentrum soll Unternehmen und Kommunen auf dem Land beim Thema Digitalisierung beraten und unterstützen.

Neben dem Kompetenzzentrum standen zehn weitere Themen auf der Agenda. So ging es etwa um Digitale Modellschulen und Bildung, die medizinische Versorgung auf dem Land sowie um Mobilität und Breitband. Finanzielle Unterstützung sicherte die Ministerin nicht zu. Man wolle die Digitalisierungsaktivitäten in der Region aber auf jeden Fall bündeln, hieß es von Sinemus, die die Vorschläge grundsätzlich positiv bewertete.

Infrastruktur soll verbessert werden

Viele Unternehmen im ländlichen Raum klagen über mangelnde Infrastruktur. In Hessen seien, so Sinemus, zwischen 2018 und 2020 rund 4000 Mobilfunkmasten neu gebaut oder modernisiert worden. Problematisch sei, dass sich der Ausbau für die Telekommunikationsunternehmen an einigen der weißen Flecken nicht lohne.

Digitalministerin Kristina Sinemus zeigte sich offen für die vorgestellten Ideen.

Bei der Finanzierung der rund 300 fehlenden Mobilfunkmasten springe ab sofort das Land Hessen ein. Allerdings benötige es laut Sinemus einen gewissen Vorlauf. Für die betroffenen Kommunen habe man ein Beratungsangebot aufgebaut.

Lob für Summer of Pioneers

Positiv bewertete die Digitalministerin lokale Initiativen, wie etwa den Summer of Pioneers, den die Stadt Homberg/Efze für das Jahr 2021 geplant hat. Die Kommune möchte 20 Digitalarbeitern und Kreativen die Möglichkeit bieten, das Leben auf dem Land kennenzulernen. Wer mitmacht, bekommt eine möblierte Wohnung und einen Co-Working-Space gestellt. Die Digitalarbeiter sollen im Gegenzug Projekte in der Stadt anstoßen.

Arbeitsraum und -zeit seien, so die Ministerin, insbesondere durch die Coronakrise immer flexibler geworden. Mobiles Arbeiten sei gerade im ländlichen Raum eine große Chance. „Wir wollen direkte Teilhabe ermöglichen, und da sind solche Projekte genau das Richtige.“

(Daniel Seeger)

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