Parkplatznot in Fritzlar: Eine Lösung ist in Sicht

Lösung in Sicht: Neue Parkplätze am Hohlen Graben in Fritzlar

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Am Hohlen Graben wird sich vieles verändern: Rund 120 Parkplätze entstehen auf einem mehr als 4000 Quadratmeter großen Grundstück, das bislang noch Gartenland ist. Außerdem gibt es auch Ideen für Wohnbebauung.

Nach langen Jahren des Diskutierens steuert Fritzlar nun beim Dauerbrenner-Thema Parkplatznot in Richtung Lösung.

Denn die Stadt kauft Flächen Am Hohlen Graben. Das hat das Parlament am Donnerstag in seiner Sitzung einstimmig beschlossen.

Zum einen schließt Fritzlar nun einen Vertrag mit einem privaten Investor ab, der auf seinem mehr als 4000 Quadratmeter großen Grundstück eine fertige Parkfläche mit rund 120 Plätzen errichtet (HNA berichtete). Beschlossen wurde ein Höchstfestpreis in Höhe von zwei Millionen Euro inklusive aller Nebenkosten. Das Anlegen eines Gehweges und das Pflanzen von Bäumen sind Bestandteil des Vertrages. Außerdem soll ein Fachanwalt für Baurecht hinzugezogen werden. Ziel sei es, in der zweiten Jahreshälfte mit dem Bau zu beginnen, heißt es aus dem Rathaus.

Die Fraktionen zeigten sich erleichtert – und zwar alle miteinander. Das lang diskutierte Thema Parkplatznot sei nun in Teilen gelöst, betont Dr. Hans-Gerhard Heil (CDU). „Nach langen Jahren der Umplanung, des Diskutierens und Verwerfens und zeitweise verhärteten Fronten sind wir nun zu einem Kompromiss gekommen“, bestätigt auch Mario Jung (SPD).

Parkplatznot in Fritzar: kein Parkhaus

Er und auch Dr. Christoph Pohl (FWG) seien vor allem froh darüber, dass somit die Debatte um das Parkhaus, bei dem zwischenzeitlich eine Summe von rund sechs Millionen Euro im Raum stand, vom Tisch ist. „Es ist eine vernünftige Entscheidung“, betont Pohl.

Dr. Richard Gronemeyer (FDP) fasst zusammen: „Dies ist ein guter Tag für Fritzlar.“ Gerade die Tatsache, dass die Fläche – anders als ein Parkhaus – im Zweifel sogar rückbaubar sei, überzeugte viele Stadtverordnete, unter anderem auch Wolfgang Holzer von den Grünen. Er wünsche sich aber, dass zudem darauf geachtet werde, den Autoverkehr weiter zu reduzieren.

Doch es ist nicht nur die Parkfläche, die den Hohlen Graben in der nächsten Zeit maßgeblich verändern wird. Auch die seit Jahren ins Stocken geratenen Planungen in Sachen Wohnbebauung sowohl auf Grundstücken in Richtung Berliner Platz als auch in Richtung Am Stiegel könnten kurz- bis mittelfristig realisiert werden. Preiswerter Wohnraum könne so entstehen, sagt Heil.

Parkplatznot in Fritzlar: Noch mehr freie Fläche in städtischem Besitz

Und damit nicht genug: Es gibt noch eine Fläche angrenzend zum Hohlen Graben, die bald in städtischem Besitz ist. Ein etwa 1140 Quadratmeter großes Gartengrundstück östlich des bestehenden Stadthallenparkplatzes wird für einen Quadratmeterpreis von 60 Euro gekauft. Dies beschlossen die Mandatsträger ebenfalls einstimmig. Zusammen mit einem Grundstücksteil, der bereits der Stadt gehört und einer Wegeparzelle stehen Fritzlar somit insgesamt gut 2000 weitere Quadratmeter zur Verfügung.

Es handelt sich dabei um ein Grundstück ohne Zweckbindung. Eine Entscheidung für die Nutzung haben die Fraktionen also noch nicht getroffen. „Wir als SPD-Fraktion sehen dort aber keine weiteren Parkplätze“, gibt Jung zu bedenken.

Bevorzugt soll es eine umfassende Bauleitplanung für den gesamten Hohlen Graben geben. Für den Parkplatz soll jedoch eine Teilgenehmigung möglich sein, sollten die anderen Vorhaben zu viel Zeit in Anspruch nehmen, beschloss das Parlament.

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