In Fritzlar sind Stellplätze Mangelware

Verein Pro Fritzlar: Pendel-Bus gegen Parkplatz-Not

Gegen Parkplatznot: Mit einem Shuttlebus könnte das in Fritzlar gelingen, glaubt Dr. Ulrich Skubella von Pro Fritzlar. Einen Pendelbusverkehr gab es im Sommer zum Beispiel in Kassel. Foto: Archiv

Fritzlar. Denkverbote sollte es nicht geben. Davon ist Dr. Ulrich Skubella überzeugt, und deshalb hat sich der Vorsitzende des Vereins Pro Fritzlar auch Gedanken gemacht - über die Verkehrssituation in Fritzlar. Vor allem Parkplätze sind in der Stadt oft knapp. Sein Vorschlag: Ein Pendel-Bus.

„Bevor man das als Schildbürgerstreich lächerlich macht, wie in der Bürgerversammlung geschehen, sollte man zumindest darüber nachdenken“, sagt Skubella.

Der Vorschlag

Dr. UlrichSkubella

„Eine Alternative für die Mitarbeiter Fritzlarer Einrichtungen und Geschäfte wäre ein Shuttle-Bus, der sie in einem engen Takt (15 Minuten) morgens von einem in der Peripherie gelegenen Parkplatz zum Busbahnhof bringt und nachmittags wieder zurück.“ Ein geeigneter Parkplatz wäre der gegenüber der Bundeswehrkaserne, der kaum noch genutzt werde, so Skubella.

Die Vorteile

„Der Shuttle-Bus wäre pünktlich und bequem. Würde er gut angenommen, würde eine große Zahl von Parkplätzen für die Besucher der Stadt frei sein. Die Mitarbeiter wären von der nervigen Suche nach einem Parkplatz befreit.“

Der Vergleich

Vielen Städten gehe es ähnliche wie Fritzlar, so Skubella. Der Verkehr verstopfe die Städte. „Deshalb versuchen die Verkehrsplaner, den Individualverkehr von den Innenstädten fernzuhalten, durch Park-and-Ride-Angebote und durch Verteuerung der Parkgebühren.“ Daher sei es erstaunlich, dass es in Fritzlar auf dem Zimmerplatz, dem Parkplatz vor der Stadtmauer und neben der Stadthalle 240 kostenlose Parkplätze gebe.

Die Ist-Situation

Täglich finde ein Kampf um die Parkplätze statt. Die Folge: Besucher, die in die Stadt kommen, um Arztpraxen aufzusuchen, Einkäufe zu erledigen seien frustriert, wenn sie ihr Auto nicht kernstadtnah abstellen könnten. „Das können sie oft nicht, weil auswärtige Mitarbeiter von Fritzlarer Einrichtungen und der vielen Geschäfte die begrenzten Parkplätze blockieren, und das für viele Stunden.“ Dazu seien sie gezwungen, weil es keine Alternative gebe. „Jeden Morgen fahren sie in der Stadt umher, in der Hoffnung, irgendwo einen kostenlosen Parkplatz zu ergattern.“

Die Kosten

Skubella ist klar, dass sein Vorschlag kein günstiger ist: „Der Bus kostet Geld: nach der Berechnung eines regionalen Busunternehmers kostet er 100 000 jährlich“, erklärt er. Dieses Geld könne durch die Einführung einer Gebührenpflicht auf den bisher gebührenfreien Parkplätzen locker erwirtschaftet werden, ist er sicher. „Bei einer Gebühr von 80 Cent/Stunde kämen bei maximaler Besetzung 500 000 Euro zusammen, was zwar unrealistisch ist. Bei einer nur 50-prozentigen Besetzung wären das 250 000 Euro. Die Stadt würde also mehr einnehmen als sie ausgibt.“ Bewohner der Kernstadt, die keinen Parkplatz haben, müsste man von der Gebührenpflicht ausnehmen, so Skubella.

Die Folge

„Die Besucher müssten Parkgebühren zahlen. Aber ist es zuviel verlangt, wenn jemand aus Wabern oder aus Bad Zwesten für einen zweistündigen Besuch beim Friseur und einen Einkauf danach 1,60 Euro mehr aufbringen muss?“, fragt Skubella und gibt eine Antwort: „Wer mit einem sicheren Parkplatz rechnen darf, wenn er nach Fritzlar kommt, der fährt wahrscheinlich nicht zum Dez oder zum Ratio. Er gibt hier sein Geld aus.“ Das stärke die Geschäftsleute der Stadt. Gehe es denen gut, sei das auch für die Stadt von Vorteil. „Sie zahlen Gewerbesteuer, und es ist gut gegen Leerstände.“ Skubella sieht das Shuttle-Bus-Konzept als eine kostenneutrale Möglichkeit an, die Parkplatznot in der Innenstadt zu bekämpfen.

Von Maja Yüce

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