Fritzlarer Stadtteil begegnet Pandemie kreativ

Rallye gegen Langeweile: Züschen trotzt Coronakrise mit bunten Steinen

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Hat Freude an den bunten Steinen und findet die Idee seiner Mutter spitze: Simon Terlinden.

Langeweile in Coronazeiten ertragen zu müssen, ist nicht immer leicht. Das weiß auch Julika Terlinden, die gemeinsam mit Jennifer Zinke deshalb nun erfinderisch geworden ist und in Züschen gleich mehrere Anti-Langeweile-Aktionen ins Leben gerufen hat.

„Wir haben uns überlegt, dass wir gerade jetzt in dieser Zeit etwas für unser Dorf machen könnten“, sagt Terlinden.

Schnell sei eine Stadtrallye organisiert gewesen, die Kinder und auch Erwachsene mit viel Freude durch den Fritzlarer Stadtteil gelotst hätte. „Quer durchs Dorf waren Bilder mit Worten und Zahlen in Fenstern verteilt“, berichtet Terlinden, die vor ihrer Haustüre als Belohnung für die Teilnehmer eine Schatzkiste voller Süßigkeiten aufgebaut hatte.

Keinen Schatz, dafür aber einen Bastelschrank, hat Jennifer Zinke aufgestellt. Wer ihn findet, wird mit jeder Menge Bastelspaß belohnt. „Hier warten kleine Tütchen mit Bastelutensilien darauf, mitgenommen zu werden“, sagt die 34-Jährige, die selbst als Tagesmutter arbeitet und daher nur zu gut weiß, dass sich Kinder gern zum Basteln animieren lassen. Mit dem Bastelschrank sollen laut Zinke Familien unterstützt werden, denen während der durch Corona deutlich angestiegenen gemeinsamen Zeit in den eigenen vier Wänden die Ideen ausgehen. „Sets für kleine Osterküken, Schmetterlinge und Falttulpen liegen bereit, jeweils mit Anleitung zum Abfotografieren, um die Corona-Zeit möglichst kreativ zu überbrücken.“

Dass sie derartige Aktionen ins Leben rufen, ist für die zwei Frauen keine große Sache. „Für uns ist es selbstverständlich, jetzt füreinander da zu sein“, sagt Terlinden, der neben dem Anti-Langeweile-Faktor noch etwas ganz anderes am Herzen liegt: „Obwohl man derzeit nicht zusammenkommen kann, hat durch unsere Aktionen doch jeder das Gefühl, etwas gemeinsam getan zu haben.“ Das könnte auch der Grund sein, warum die neueste Idee der Freundinnen schon jetzt wieder auf viel Gegenliebe im Ort stößt, obwohl sie noch ganz am Anfang steht.

„Ein Aufruf im Whats-App-Status, und schon lief es“, sagt Terlinden mit Blick auf die Wiese vorm Feuerwehrhaus, auf der viele kleine, bemalte Steine das Bild eines Ostereis ergeben, das in kunterbunten Farben mit der Frühlingssonne um die Wette strahlt. „Hier kommen viele Spaziergänger vorbei, und bereits in den ersten Tagen ist unser Steinei kräftig gewachsen“, freut sich Julika Terlinden, die gemeinsam mit Freundin Jennifer Zinke weiter erfinderisch bleiben will – gegen die Langeweile in Coronazeiten.

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