Suche mit feiner Spürnase

Rettungshundestaffel übte an der Hellenwarte den Ernstfall

Fritzlar. Der Hund ist oft der beste Freund des Menschen, er kann aber auch zu seinem Retter werden: Denn manche Hunde werden ausgebildet, um nach Vermissten zu suchen.

Am Wochenende trainierte die Rettungshundestaffel Hessen-Nord an der Hellenwarte in Fritzlar.

Die Hunde: Die Rettungshunde der Staffel Hessen-Nord sind Flächensuchhunde, das heißt, sie stöbern so lange in einem Areal herum, bis sie die gesuchte Person gefunden haben. Die Rettungshundestaffel wird vorwiegend bei der Personensuche eingesetzt und von der Polizei über die jeweilige Leitstelle alarmiert.

Die Hunderassen sind vielfältig: vom Collie, über Setter und Schäferhunde bis zum Australian Shepherd ist alles dabei. Das wichtigste sei, dass die Hunde menschenfreundlich und vor allem gesellschaftstauglich sind, erklärte Staffelleiter Andreas Kunick.

Die Ausbildung: Bis die Hunde Einsatzfähig sind, dauert es rund drei Jahre. Die Ausbildung beginnt mit den jungen Hunden spielerisch. Dabei versteckt sich jemand im Gelände und mimt eine gesuchte Person. Der Hund wird vom Hundeführer an das Verstecke geführt und mit einem Leckerchen oder einem Lieblingsspielzeug dafür belohnt, dass er fündig geworden ist. Auch werden Spielsachen versteckt, die der junge Hund suchen und finden muss. Später, so nach vier bis fünf Monaten, wird das Suchgebiet dann größer. Anfangs wird eine Person mit Spielzeug versteckt, später dann ohne.

Der Mensch: Die Mitglieder der Staffel arbeiten mit ihren Hunden ehrenamtlich. Nicht nur die Hunde müssen ausgebildet werden, auch die Hundeführer müssen lernen. Dazu gehört die Erste-Hilfe-Ausbildung am Mensch und am Tier, Orientierung und Kartenkunden mit Kompass, weiterhin ist ein Funkkurs zu belegen und Einsatztaktik sowie Unfallverhütung müssen erlernt werden. Zum Abschluss der Ausbildung sind zwei Prüfungen bei der Prüfungsgemeinschaft für Rettungshundeteams abzulegen. Bei der Polizeiakademie in Mühlheim am Main wird dann die Rettungshundestaffel in Augenschein genommen und getestet, ob sie fit für den Einsatz ist.

Die Übung: Um jederzeit einsatzbereit zu sein, muss natürlich sehr viel geübt werden und das von Januar bis Dezember - bei Hitze, Kälte, Regen, Wind und Schnee. An den Wochenenden kommen da schon mal sechs bis sieben Übungsstunden zusammen, während der Woche dann etwas weniger. Die Übungsorte werden ständig gewechselt, um neue Areale zum Üben zu haben.

Im Einsatz: Das Einsatzgebiet ist der nordhessische Raum, die Staffel kann aber auch in ganz Hessen eingesetzt werden. Im Schnitt hat das Team um Staffelleiter Andreas Kunick zwischen fünf und 15 Einsätze pro Jahr. Alle Einsätze sind kostenlos, das Team arbeitet ehrenamtlich, um anderen Menschen zu helfen.

Die Suche:  Das Startsignal für die Hunde ist immer das Anlegen der Kenndecke, eine Art Weste mit der Aufschrift „Rettungshund“. Wenn ihnen diese vom Hundeführer angelegt wird, gibt es für die Hunde kein Halten mehr, dann wollen sie suchen.

Die Signale: Werden sie fündig, gibt es unterschiedliche Methoden, um dies dem Hundeführer zu signalisieren. Manche Hunde verbellen die gesuchte Person, andere Hunde haben einen Anhänger am Halsband vor der Brust, den sie dann ins Maul nehmen und zum Hundeführer zurückkehren oder der Hundeführer hat einen Anhänger am Gürtel, den der Hund dann ins Maul nimmt und daran zieht. Gemeinsam geht es dann zur gefundenen Person.

Die Belohnung:  Danach gibt es dann die Belohnung für den Rettungshund: Leckerchen oder ein Spielzeug, das nur bei der Personensuche zum Einsatz kommt.

Rubriklistenbild: © Zerhau

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