Kein Nachfolger gefunden

Roland-Buchhandlung in Fritzlar schließt nach 20 Jahren Ende Januar

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Schweren Herzens geben sie die Roland Buchhandlung in Fritzlar auf: Ingrid Schwiers und Gerd Schwiers gehen in den Ruhestand. Sie haben keinen Nachfolger für ihr Geschäft an der Kasseler Straße gefunden. 

Fritzlar. Nach fast 20 Jahren schließen Ingrid und Gerd Schwiers ihre Buchhandlung in der Kasseler Straße in Fritzlar.

In der Roland-Buchhandlung an der Kasseler Straße an Fritzlar ist derzeit viel von Abschied und Dankbarkeit die Rede. Es sind die kleinen Gesten und Begegnungen, die Inhaberin Ingrid Schwiers nicht vergessen wird. Da ist etwa die Kundin, die folgenden Satz geprägt hat. „Das Geschäft ist egal, es kommt auf die Menschen in dem Laden an.“ 

Die 67-jährige Schwiers habe in all den Jahren gewusst, dass sich die Kunden bei ihr wohlfühlen. Aber in diesen Tagen bekommt sie die Wertschätzung „dreifach zurück“. Das wird wohl bis zum 31. Januar so weiter gehen. Dann geht Schwiers in den Ruhestand, dann schließt die Roland Buchhandlung. Es gibt keinen Nachfolger.

Roland Buchhandlung: Ende am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 endet damit an der Kasseler Straße ein Kapitel Einzelhandelsgeschichte. 1988 hat Ingrid Schwiers einen „kleinen Job“ gesucht und ist bei der Roland Buchhandlung gelandet. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht“, sagt Schwiers. Sie hat schon immer gerne und viel gelesen. Durch ihre Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau konnte sie beraten und verkaufen. Das kam ihr in der Buchhandlung zugute.

1992 erfolgte die erste Übergabe. Die Rolands haben sich aus Altersgründen zurückgezogen, ein Buchhändler aus Kassel übernahm. 1999 wurde es für Schwiers ernst. „Es stellte sich die Frage, ob die Buchhandlung verkauft wird oder ob ich weitermache“, erinnert sie sich. Ingrid Schwiers und ihr Mann Gerd haben gerechnet, geguckt, gegrübelt – und sich für die Übernahme entschieden.

Es war eine Entscheidung, die das Paar nie bereut hat. Schwiers und die beiden Mitarbeiterinnen („Wir waren ein tolles Team“) schätzten den Umgang mit den Kunden. „Ich habe immer versucht, dass die Kunden zufrieden aus dem Laden gehen – selbst wenn wir ein Buch mal nicht besorgen konnten“, erklärt Ingrid Schwiers ihr Credo.

Doch das Geschäft mit den Büchern hat sich geändert. In den vergangenen Jahren sei der Umsatz zurückgegangen. Ob es daran liegt, dass die Menschen weniger lesen, sie zunehmend auf elektronische Bücher zurückgreifen oder sie einfach ihre Bücher bei Internet-Versandhändlern bestellen, können Ingrid und Gerd Schwiers nicht sagen. 

Das Ehepaar hat lange versucht, einen Nachfolger zu finden. Sie haben Vertreter, den Einzelhandels-Verband und Verlage angesprochen. „Es gab Gespräche mit Buchhändlern aus der Umgebung, aber es hat sich leider zerschlagen“, betont Gerd Schwiers. Er und seine Frau hätten sich gewünscht, dass das Kapitel Roland Buchhandlung weitergeht. „Wir bedauern es sehr.“

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