Schadenshöhe ist noch unklar

Der Schlamm riss alles mit: Ungedanken räumt nach dem Unwetter auf

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Die Pumpe läuft weiter: (von rechts) Edgar Eichenberg, Phil Eichenberg und Tim Eichenberg sorgen dafür, dass die Halle auf ihrem Hof in Ungedanken wieder trocken wird. 

Ungedanken. Die Katastrophe ist gerade noch Mal an Wolfgang Geil vorbeigeschwappt. Schlamm und Geröll zogen am Dienstagabend an seinem Haus an der Ruppenbergstraße in Ungedanken vorbei. Am Mittwoch gingen die Aufräumarbeiten weiter. 

 „Die Brühe stand 20 Zentimeter hoch. Sie hat alles mitgerissen“, berichtet Geil. Die geschotterte Straße wurde bei dem Unwetter aufgerissen, die Einlaufrinne unterspült. Sein Haus blieb jedoch unversehrt. Geil hat im richtigen Moment große Holztafeln vor Eingang und Einfahrt gestellt und so Schlimmeres verhindert. Am Mittwochmittag steht er zusammen mit Fritzlars Stadtbrandinspektor und Bauhofleiter Hartmut Hucke auf der Ruppenbergstraße.

Geil blickt die Straße hinauf auf die umgeackerten Felder. „Die konnten kein Wasser halten. Alles kam hier runter“, erklärt er. Binnen 20 Minuten sind in Ungedanken 55 Liter auf den Quadratmeter gefallen. Hinzu kam haufenweise Hagel. „Es sah aus, als hätte es geschneit. Alles war weiß.“

Von Geils Haus sind es nur einige hundert Meter runter zu Beate Martin. Sie steht mit ihren Töchtern Carola Schmidt und Christina Pelz auf der Südstraße und kehrt den angeschwemmten Schotter zusammen. „Es ging alles ruckzuck“, sagt Martin und erinnert sich an ein schweres Unwetter im Jahr 2003. Da flossen die Wassermassen auch die Südstraße hinunter.

Sie begutachten den Schaden an der Ruppenbergstraße: Stadtbrandinspektor Hartmut Hucke (links) und Anwohner Wolfgang Geil am Morgen nach den heftigen Überschwemmungen in Ungedanken.

Eine arbeitsreiche Nacht liegt hinter Familie Eichenberg. Bis 2 Uhr versuchten sie, auf ihrem Hof im Ostenbach zu retten, was zu retten war. Als das Wasser im Kornspeicher stand, musste es schnell gehen. „Das Korn hätte alles aufgesogen“, sagt Edgar Eichenberg. 30 Tonnen Weizen hat der Landwirt in der Nacht zu einem Freund nach Wellen und damit in Sicherheit gebracht. „Das war eine logistische Meisterleistung.“ Familie, Freunde, die Feuerwehr: alle hätten mit angepackt. Und allen gebührt ein herzlicher Dank, wie Eichenberg sagt. 

Wie hoch der entstandene Schaden nach dem Unwetter ist, kann Eichenberg am Mittwoch nicht sagen. Etwa die Hälfte des Getreides sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Ein Teil wird wohl in einer Biogasanlage landen, ein Teil sei nicht mehr zu gebrauchen. „Ich kann den Schaden noch nicht absehen“, sagt Eichenberg. Trotz allem: „Es hätte schlimmer kommen können.“

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